435 Männern iſt es ſo gelungen wie mir; es iſt meine Ueber⸗ zeugung, Rigitza, merke wohl, meine Ueberzeugung, daß Du die beſte aller Weiber biſt. Und im Fall Du nie mehr Worte hören ſollteſt, wie dieſe(denn ein Mann ſoll ſte ſelten benützen), ſo kennſt Du jetzt doch meine Gedanken.“ — Das war ein Triumph, der der überraſchten Frau von Spalden das bittere Leiden langer Jahre erſetzte. Von Er⸗ ſtaunen und tiefer Rührung ergriffen, beugte ſie ſich nieder, küßte die Hand ihres Mannes und ſagte unter Thränen: „Gott ſegne Dich für dieſe Worte Wilhelm, ſie haben mich unausſprechlich glücklich gemacht!“—„Aber,“ fuhr der Poſtinſpektor nach einer kleinen Pauſe fort,„meines Blei⸗ bens iſt hier nicht länger. Morgen Nachmittag um drei Uhr reiſen wir ab!“— Wenn ein Blitz mitten in das Herz der armen Frau von Spalden niedergefahren wäre, ſo hätte ſeine Wirkung nicht ſchrecklicher ſeyn können, als
die dieſer Worte.—„Was, mein Freund, ſchon Morgen,“ ſtammelte ſie.—„Wie ich geſagt habe, keine Stunde län⸗
ger! um drei Uhr ſitzen wir im Wagen. Gute Nacht!“— Der Poſtinſpektor wendete ſich gegen die Wand und ſchlief
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ein. Seine Frau weinte die ganze Nacht hindurch in der
Stille, und betete in ihrem Herzen zu Gott, er möchte ir⸗ gend ein Hinderniß eintreten laſſen; denn ſie wußte mehr als zu wohl, daß alles Bereden zuͤ nichts führte.— Am folgenden Morgen beim Frühſtück ſagte der Poſtinſpektor zu ſeinem Schwiegerſohn, indem er ſein Glas ergriff und bis auf den Grund ausleerte:„Ich muß dem Herrn Bru⸗ der für all' ſeine Bewirthung und Gaſtfreundſchaft danken. Mit wenig Ausnahmen habe ich mich im Hauſe des Herrn Bruders recht wohl und angenehm befunden; doch ich bin jetzt befriedigt und ich muß den Herrn Bruder bitten, mir auf heute Nachmittag bei guter Zeit Poſtpferde zu beſtel⸗ len; denn ich will Punkt drei Uhr im Wagen ſitzen.“—
Sterner war in vollem Ernſt bekümmert darüber; denn
er ſah ein, wie ſchmerzlich es für Auguſten ſeyn würde, 1 7


