Druckschrift 
Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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ſeyn, und ſie ſoll ihm unterwürfig ſeyn, wir ſind die Herren der Schöpfung und damit Punktum! Der Poſtinſpektor ſchlug bei dieſen Worten die Thüre hinter ſich zu, und ging auf ſein Zimmer. Jetzt erſt wagte Frau von Spalden ihren Blick auf Auguſten und den Rittmeiſter zu richten, und zu ihrer Verwunderung ſah ſie beide recht herzlich lachen.Meine liebe Mama, ſeyen Sie unbekümmert. Ich bin nicht ganz ſo unartig, wie ich mich gezeigt habe. Alexander hat mich zu dieſem Schauſpiel überredet, um Papa eine vergnügte Stunde zu machen, oder vielleicht gönnte er ihm auch eine ver⸗ drüßliche. S

Frau von Spalden ſchien trotz dieſer Erklärung noch ganz mißtrauiſch zu ſeyn.Fürchten Sie nichts, beſte Mamma, ſagte der Rittmeiſter;meine Auguſte und ich begegnen mit Vergnügen unſern gegenſeitigen Wünſchen. Es war nur eine kleine Komödie, um dem Alten zu zeigen, wie andere Männer ihre Frauen behandeln, um ſo ſeiner alten deſpotiſchen Seele eine Gelegenheit zu geben, ſein Benehmen mit dem jener zu vergleichen. Am Abend, als das alte Paar zur Ruhe ging, ſagte der Poſtinſpektor zu ſeiner Frau, indem er die Pfeife hinweglegte und ihr zum Erſten⸗ mal ſeit wenigſtens zehn Jahren mit ſeiner dürren Hand die runzlichten Wangen ſtreichelte.Rigitza, mein Schatz, Du biſt ein braves Weib geweſen. Bei Gokt, das biſt Du geweſen! Ich weiß nicht, wie es kommt; aber ich habe Deinen Werth früher nie ſo eingeſehen, wie jetzt. Himmel und Hölle! wenn es Dir je eingefallen ware, Dich ſo auf⸗ zuführen, wie es Auguſte heute bei Tiſche gethan hat, ich hätte Dir den Hals umgedreht! Wenn ich jedoch die Sache recht bedenke, was ich heute den ganzen Tag über ge⸗ than habe, ſo finde ich, daß der Fehler nicht ſo ſehr auf ihrer als vielmehr auf ſeiner Seite liegt; er hat ſie ja ganz verzogen. Ihr Weiber ſeyd wie Wachs;ihr nehmt leicht jede Form an, die man euch geben will. Wenigen⸗

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