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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Meine Alte iſt geſund, und da es eine Sünde wäre, ihr das Wiederſehen ihrer Tochter abzuſchlagen, und ich auf

3 alle Fälle einen Wagen haben muß, werde ich ſie mit

1 mir nehmen. Grüßen Sie Auguſte und ſagen Sie

2 ihr, daß ich, nichts von unnöthigen Umſtänden wiſſen

. will! ich bin mir gleich, gerade heraus und hoffe, daß

t ſie ſich deſſen erinnert und darnach richtet.

3 Wilhelm von Spalden.

nJa wohl iſt er ſich gleich, der alte Deſpot, ſagte

n ddeer Rittmeiſter und warf den Brief zornig auf den Tiſch.

6Iſt das eine Antwort auf Deine freundlichen und nur

e allzudemüthigen Bitten, meine Auguſte? Kein Wort, das beweist, daß er unſere Freuden, unſere Hoffnungen

theilt! Doch das kann ich ihm noch verzeihen, weil er 1

r ſelbſt nie ein wahres Vatergefühl empfunden hat; aber

n was ich ihm durchaus nicht verzeihen kann, iſt die Art,

: wie er von ſeiner Frau ſpricht, und ſie behandelt. Weil

ft er doch einen Wagen haben muß, will er ſie mitnehmen!

iſt das auch ein Ausdruck, Du alter Bär!

rNun, mein beſter Alexander, erwiederte Anguſte

ſanft,haſt Du denn in einem Jahre vergeſſen können,

n wie Papa iſt und immer geweſen iſt, daß Du Dich über

d dieſen Brief erzürnen magſt, den ich ſehr artig finde, in

ſofern er von ihm kommt? er hat ja ſeine Natur nicht

s umwandeln können, und leider ſind nicht alle Männer

ſo geneigt, ihre Frauen zu verwöhnen, wie Du.

eAch Du kleine Schmeichlerin, ſagte der Rittmei⸗

he ſter, indem er ſie aufheiterte:Du haſt in der That

en 4 recht; es verlohnt ſich nicht der Mühe, ernſtlich darüber

nd zornig zu werden. Aber ich habe gute Luſt, dem Alten rr eeinen Poſſen zu ſpielen, der ihm das Gallenſieber an i; den Hals ärgern und zugleich die unſchätzbare Perle 1⸗ beſſer zu würdigen lehren ſoll, die er an unſerer gelieb⸗

ten Mutter beſitzt; denn wäre ſie nicht ein ſo makelloſes Beiſpiel von Geduld, Ergebung und Entſagung, ſo leb⸗