420 Nachfolger in Deiner Liebe, in Deinem Herzen erblickt!
Ja, die Illuſion war ſo groß, daß ich nur wartete, die Worte zu hören:„ach! wenn das der ſelige Sterner ſehen koͤnnte, wie würde es ihm wehe thun!“ 4
„Welche Grillen,“ ſagte Auguſte und eilte lächelnd in die ausgeſtreckten Arme ihres Mannes.„Wie konn⸗ teſt Du auf dieſen finſtern Gedanken kommen, mein Ale⸗
. rander! Früher konnte wohl ich Grund dazu haben,“— ſeufzte ſte halblaut, und bemühte ſich eine Ahräne zu verbergen.„Ich will jodoi keine Minute den bittern Gedanken einräumen, daß ich von Dir getrennt werden könnte. Und doch, wie Mancher ſah ſich ſchon genöthigt, den Gegenſtand ſeiner Zärtlichkeit, ſein Alles hinzugeben!“
„Gott bewahre mich vor dem Unglück, auf das Du
jetzt hi adenkeſt bat der Rittmeiſter, bei dem bloßen Ge⸗
danken daran, tief erſchüttert;„das wäre ein größeres
Kreuz, als ich zu zragen vermöchte! Nein, meine Ge⸗
liebte, meine gute Auguſte! Durch die Gnade der ewigen
Liebe haben wir einander gefunden; ith hoffe mit Zu⸗
verſicht, daß ſie uns auch gewähren wird, zuſammen für
die neuen theueren Pflichten zu leben, die uns in Bälde
erwarten. Wahrhaſtig ich weiß nicht, was mich ankam; M
aber das muß ich Dir ſagen, Conſtantin: nie mehr
darfſt Du einen Kuß von meinem Weibe begehren. Gott weiß, daß ich Dir dieſen herz zlich gönnte; aber es muß ſich für einen dabei intereſſirten Zuſchauer mit den Küſſen gerade ſo verhalten, wie Frithiof vom Stahle ſagte, daß böſe Geiſter darin wohnen, Geiſter von Nifelheim.“ „Aber,“ ſagte Conſtantin lachend,„was haſt Du mir eben verſprochen? Sollten mir nicht Auguſtens reine
Lippen Bürgen ſeyn für die Engel des Ieiedens; 3
„Nun, Du Narr, das können ſie auch wohl,“ ſiel 1 der Rittmeiſter ein;„nur bei mir hausten ja jene fin⸗ ſtern Geiſter Aber wir verplaudern die beſte Zeit. Haſt
Du das Frühſtück beſtellt, mein Schatz?“ „Sogieich,“ ſagte Madame Sterner und verließ die
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