den drei Worten: das— Aufgebot— Verkündigen!— Aber erinnerſt Du Dich, wie Du damals zitterteſt, als ich mich in meiner Eigenſchaft als Freiwerber vor einem Jahre bei Dir einſtellte? Das war eine heiße Stunde; zaber Du warſt muthig, wie eine Heldin, als Du Deinem barſchen Vater abſchlugſt, den Bräutigam zu küſſen. Nun biſt Du glücklich, biſt es lange ſeitdem geweſen, und ich— wenn je ein Sterblicher Hoffnung hat, es zu werden, ſo bin es wohl ich.— Nun, beſte Auguſte, wage ich es dreiſt, Dich zu bitten: gib mir einen Kuß als Segen auf den Weg!“— Conſtantin war in die⸗ ſem Augenblicke ſo voll Ernſt, ſo innerlich bewegt; ſein ganzer früherer Leichtſinn war verſchwunden.— Auguſte ſchickte einen fragenden Blick zu ihrem Manne hinuͤber. —„Thue es, Auguſte,“ ſagte der Rittmeiſter.„Ein Kuß von Deinen reinen Lippen wird ihm ein Unterpfand ſeyn, daß die Genien des Friedens ſeine Ehe ſchützend umſchweben werden.“— Ehrerbietig beugte der Lieu⸗ tenant ſeine Knie vor Auguſten; er hatte ſie jetzt doppelt hochachten und würdigen gelernt. Wer verſtand beſſer als ſie jene ſtillen anſpruchsloſen Tugenden, jene immer neuen Reize der Ordnung und des häuslichen Gedeihens wie Blumen in ihrer Umgebung auszuſtreuen? ſie prunk⸗ teen nicht, aber ſie dufteten deſto ſchoͤner im Schatten der 1 Beſcheidenheit.—„Lieber, beſter Conſtantin,“ ſagte die junge Frau und beugte ſich erröthend zu ihm nieder, „wie herzlich will ich nicht für Dein und Deiner Ver⸗ lobten Glück beten! Gerne gebe ich Dir dieſen ſchwe⸗ ſterlichen Kuß als ein Unterpfand darauf.“ Mit unnach⸗ ahmlichem Reiz legte ſie die kleine weiße Hand auf die Schulter des Knieenden und ihre friſchen Rubinlippen berührten leicht die ſeinigen.—„Nun, in Gottesnamen! ſeyd Ihr bald zu Ende?“ ſagte der Rittmeiſter und ſtand auf.„Weißt Du, liebe Auguſte, wie mir dieſe Scene vorkam? Es war mir, als ſey ich bereits in die Ewig⸗ keit hinüber gewandert, und habe von dorther einen
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