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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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418 freundlich;denn ich dachte mir, daß Du heute frühzei⸗

tiger als gewöhnlich heraufkommen würdeſt.Gott

ſegne Dich dafür, gute Auguſte, ſagte Conſtantin, als er eintrat.Dieſer Morgen iſt ſchon eine ganze Ewig⸗ keit für mich geweſen, und die ganze geſtrige Nacht phan⸗ tafirte ich bis zwölf Uhr, und wachte um Zwei auf. O welch ein Tag! daß ich nicht unter dieſem Uebermaaß von Glück und Ungeduld erliege! Er warf ſich auf den Sopha und fing an von dem Gegenſtand zu ſprechen, der ſein ganzes Weſen erfüllte, und alle ſeine Gefühle in einer einzigen namenloſen Luſt vereinigte. Der Ritt⸗ meiſter war unterdeſſen an ſeinem Schreibtiſche beſchäf⸗ tigt, der an dem einen Fenſter ſtand. Er ſchrieb und ſann, und war ſichtlich nur von dem in Anſpruch ge⸗ nommen, was er unter den Händen hatte. Madame Sterner ſaß vor einem Tiſch, auf dem Thee und Kaffee ſtand, und hatte einen reizenden Morgenrock an. Eine Jungfer ſtand hinter dem Stuhle. Auguſte ſchob eine Taſſe von ſich, als der Lieutenant hereintrat und fragte: willſt Du Deinen Kaffee hier trinken, Conſtantin. Ein Leben, wie das der Engel nein, noch herr⸗ licher! ich glaube, Du ſprachſt von Kaffee, Auguſte, wie kannſt Du ſo närriſch ſeyn, und mir Kaffee anbie⸗ ten!Nun alſo Thee, wenn es Dir beliebt. Thee! pfui ich lebe heute nur von Nektar und Roſenduft, die Seligkeit, die meine Seele erfüllt, duldet keine andere Nahrung.Aber eine Taſſe Chocolade mußt Du trinken, ehe Du gehſt. Es iſt höchſt ungeſund, des Morgens auszugehen, ohne etwas genoſſen zu haben, und da dies ja Dein Lieblingsgetränke iſt, ſo mag es dies⸗ mal für den Nektar gelten. Gehe, Sophiechen, und beſtelle eine gute ſtarke Chocolade für den Lieutenant. Nun, Dir zu lieb alſo! aber, Auguſte, wie ſteht mir dieſer Anzug? ich habe ihn nicht angehabt, ſeitdem ich das letzte Mal als Erbe figurirte. Wie anders damals und jetzt! Welch ein Himmel liegt nicht in

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