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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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27 Alexander Konſtantin Sterner vor einem Tiſch, der mit Briefen und Papieren bedeckt war. Du wir ſchon ein⸗ mal früher bei Madame T) in Stockholm die Ge⸗ legenheit hatten, ihn unſern Leſern zu präſentiren, und zuletzt im Poſtkomptoir dies thaten, ſo brauchen wir, was ſein Aeußeres betrifft, bloß hinzuzufügen, daß er nun⸗ mehr die ſeltſame Reiſetracht gegen einen modernen, fei⸗ nen, olivengrünen Rock vertauſcht hatte, der ſeine hohe, aber dennoch geſchmeidige und außerordentlich anmuthige Geſtalt wo moͤglich noch vortheilhafter zeigte. Der Ritt⸗ meiſter ſchien offenbar ſeine Aufmerkſamkeit mehr auf das Geräuſch von der Straße her, als auf die vor ihm lie⸗ genden Papiere gerichtet zu haben. Von Zeit zu Zeit lauſchte er aufmerkſam, ſtand endlich auf, trat an das Fenſter, öffnete es, unerachtet der ſtrengen Kälte, und blieb einige Minuten in der Stellung eines Menſchen ſtehen, der mit der geſpannteſten Ungeduld auf Jemand wartet. Haſtig ſchlug er das Fenſter wieder zu, ergriff ein Buch, das auf dem Geſimſe lag, und ſetzte ſich mit der ruhigen Haltung einer Perſon, deren Geiſt nie aus dem gewöhnlichen Gleichgewicht gebracht wird, auf den Sopha, und las mit einem ſolchen Eifer, oder that we⸗ nigſtes ſo, daß ſein Bedienter zweimal gehuſtet und drei⸗ mal mit dem Fuße geſcharrt hatte; ehe er aufſah, und mit dem gleichgültigſten Ton von der Welt ſagte:Nun, Weſterlind, wann kann man mich annehmen?

Das kann ich wirklich nicht ſagen, antwortete der Bediente mit einem zweideutigen Mundverziehen;weder die Herrſchaft noch ihre Wohnung ſah aus, als ob ſie einen Beſuch erwarteten.

Schlingel, ſagte der Rittmeiſter, und ein zorniger Blick traf den Bedienten;ich liebe keine ungeziemenden

*) Siehe Waldemar Klein, von derſelben Verfaſſerin und

in der nämlichen Sammlung von Spindlers belletriſt. Auslande, wo es den 2934ſten Band bildet.

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