Druckschrift 
Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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Der Brief war vom zweiten Januar 1835 datirt.

Ein inniger Seufzer der Dankbarkeit gegen die Vor⸗ ſehung, die ſo unvermuthet die Laſt des Kummers er⸗ leichtert hatte, ſtieg mit heißer Andacht aus dem Munde der Frauenzimmer, wobei eine aufrichtige Thräne des Schmerzes dem Andenken des edlen Hingeſchiedenen ge⸗ weiht ward.Friede ſey mit ſeiner Seele, ſagte der Poſtinſpektor mit gefalteten Händen.Er ging zu guter Zeit, fügte er ſchnell hinzu, und griff mit freudigem Blicke nach dem Teſtament.

4. Der Freier.

Welche neue Ausſichten eröffnen ſich vor

meinem Blick.

Lindeberg.

Nach einer gewöhnlichen Einleitung lautete das Te⸗

ſtament, wie folgt: 1 Außer der bei Reis und Kompagnie in Hamburg niedergelegten Summe von zehntauſend Reichsthalern ſchwediſch Banko, wovon die eine für meinen Bruder, den Poſtinſpektor Wilhelm v. Spalden in§, die andre für meine Schweſter, die verwittwete Aſſeſſor Stolzenbeck in F beſtimmt iſt, will ich hiemit verordnet haben, daß mein ganzes übriges Vermögen, das an beweglicher und unbeweglicher Habe ſechszigtauſend Mark Hamburger Banko ausmacht, dem Herrn Konſtantin Sterner zufallen ſoll, der in Betracht ſeiner mir erwieſenen ausgezeichneten Dienſte, dieſes geringe Pfand meiner Dankbarkeit wohl verdient. Auch will ich hiemit meinen letzten und innigſten Wunſch in dieſem Leben erklärt haben, nämlich daß ge⸗ nannter Sterner ſich durch das Band der Ehe mit mei⸗ ner geliebten Nichte Auguſte von Spalden verbinde. Soll⸗ ten ſich Hinderniſſe gegen dieſe Heirath von ihrer Seite aus finden(ich bin überzeugt, daß dieß bei ihm nicht der Fall iſt), ſey es nun wegen Abneigung oder einer ſchon