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Der Skjutsjunge : ein Roman ; vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von Carl Stein
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wollte. Indeſſen wußte ich beſtimmt, daß du, lieber Va⸗ ter, darin anders dachteſt und gewiß unſere Verbindung nicht zugegeben hätteſt, wenn dir Ivars Abſicht bekannt geweſen wäre, deßhalb war ich auch vollkommen mit ihm einverſtanden, daß die Erklärung aufgeſchoben werden müßte, bis wir hieher gekommen ſein würden. Ich war überzeugt, wenigſtens hoffte ich es, daß mein lieber Vater hier, im Kreiſe ſeiner ergebenen Kinder, das Vergangene vergeſſen und die angebotene Hand zur Verſoͤhnung nicht zurückweiſen würde. 4

Dabei führte Amelie ihres Vaters Hand zu den

Lippen, und kußte ſie herzlich.Liebſter, beſter Vater! bat ſie mit einer durch hervorbrechende Thränen noch weicher gewordenen Stimme.Laß uns nicht vom Ti⸗ ſche aufſtehen, bevor wir nicht auf gegenſeitige Ver⸗ ſöhnung angeſtoßen. Sieh nur die Mutter an, mit welcher Unruhe ſie auf dich blickt! Sie hat gewiß auch ein gutes Wort für uns, denn mein Ivar iſt es gewe⸗ ſen, der ſie damals hieher an die Norweg'ſche Gränze gebracht hat, als ſie allein und verlaſſen, ohne Beiſtand war in dem fremden Lande. Denke dir Väterchen, einſam mit ihrem ſchutzloſen Kinde, mit deiner kleinen, lieben Amelie!

Ja, er war es, Gott ſegne ihn dafür! Ich habe es lange vermuthet, verſetzte Frau von Dreſſen und reichte ihrem Gatten die Hand hin.Wenn du mich je geliebt haſt, beſter Dreſſen, und noch liebſt, ſo laß uns auf all⸗ gemeine Verſöhnung anſtoßen!

Ja, ja, ſiel Wirén mit Wärme ein,Friede und Verſöhnlichkeit vereine Adel und Bürgerthum in treuer, feſter Eintracht! Ivar bleibt ein eben ſo braver Kerl als zuvor, wenn gleich das ſtierna ſeinem Namen in Zukunft fehlt, und der Herr Obriſtlieutenant ein eben ſo ſtattlicher Cavalier, wenn auch ſeine Tochter eine alte Schuld wieder gut macht. Wir leben jetzt Dank ſei es der fortſchreitenden Aufklärung! in einer

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