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Zeit, wo alte ariſtokratiſche Vorurtheile nicht mehr an der Tagesordnung ſind, und ein Weltmann ſchickt ſich nicht allein in die Zeit, ſondern er ſchreitet mit ihr voran. Kann ich die Ehre haben, dem Herrn Obriſtlieutenant ein⸗ zuſchenken?“
Der Obriſtlieutenant ſaß ganz verlegen da;— was ſollte er anfangen? Amelie war nun einmal verheirathet und mußte Frau Borg heißen, er mocht wollen oder nicht. Länger gegen den Strom zu ſchwimmen, konnte demnach zu nichts weiter helfen, als daß er ſich am Ende ganz mit ſeinem Schwiegerſohne überwarf, welches ihm, in Anbetracht unterſchiedlicher kleiner Freundſchaftsdienſte, auf welche er ſich Rechnung machte, gar nicht lieb geweſen wäre.
merkbaren Widerwillen:
„Da Amelie ſchwerlich einen Eheſcheidungsprozeß gegen ihren Mann anfangen wird, ſo bleibt mir freilich nichts übrig, als nothgedrungen die klägliche Rolle des heunhe Vaters in der Komödie zu ſpielen und Amen zu agen.“. „Nun, beſter Herr Schwiegervater!“ rief Borgen⸗ ſtierna zugleich, und um ſeine Lippen ſpielte ein zufrie⸗ denes Lächeln,„nun iſt die Reihe an mir, zu erroͤthen! Ich habe den Spaß etwas zu weit getrieben: und bin bereit, um Verzeihung zu bitten, da Sie nun nachge⸗ geben haben. Ich habe meinem Adel nicht entſagt und habe es auch keineswegs im Sinne. Wirén war die Majeſtät, welche das königliche Reſcript ausgefertigt, und auch ſelbſt vorgeleſen hat. Die ganze Geſchichte war nur ein Scherz, aber ein Scherz, unter welchem ein tiefer Ernſt verborgen liegt. Meine Anſichten in Bezug auf den ſogenannten Adelſtand, ſind und bleiben dieſelben. Ehe die Liebe mich bewog, Amelie zur Gat⸗ tin zu begehren, hatte ich in der That die Abſicht, offen


