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er etwas erſtaunt und verlegen war, und eine gewiſſe un⸗ ruhige Spannung ihm die Worte in den Mund legte.
Amelie wußte der weitern Verfolgung dieſes Gegen⸗ ſtandes geſchickt vorzubeugen und brachte ein neueß The⸗ ma auf die Bahn, wobei ſie ſehr wirkſam von dem Aſ⸗ ſeſſor unterſtützt wurde, welcher ſogleich eine Menge von Anekdoten in Bereitſchaft hatte, welche mit ſeiner Reiſe nach Röſtorp in Verbindung ſtanden. Dieſe brachten am Ende den Obriſtlieutenant auf eines ſeiner Steckenpferde näm⸗ lich auf das Einfahren von Pferden, von deren falſcher Be⸗ handlung das eine der erzählten Abenteuer die Folge war, — ſo daß er Alles um ſich her vergaß und für ihn nichts mehr in der Welt exiſtirte, außer Pferden und Peitſchen nebſt Händen, um jene zu zügeln und dieſe handhaben.
Während des Mittageſſens ſpann ſich die Unterhal⸗ tung munter fort, und erſt als das Deſſert und der Cham⸗ pagner kam, ſchwieg der Obriſtlieutenant mit ſchuldiger Rückſicht auf die zu erwartenden Geſundheiten und trom⸗ melte mit der Gabel auf ſeinem Teller.
Amelie ſaß neben ihrem Vater, und ihre Augen, in welchen ſich nachgerade eine gewiſſe Unruhe zu ſpie⸗ geln ſchien, folgten allen ſeinen Bewegungen. Als ſie den herrlichen Kuchen anſchnitt und ihm das erſte Stück davon anbot, zitterte ihre Hand; es ſchien ihr, als ob der Vater bekümmert ausſehe, und es that ihr im Herzen weh, daß der, welcher in ſeinem Hauſe den Herrſcherſtab zu führen gewohnt war, nun mit einem gewiſſen Zwange am Tiſche ſeines Kindes ſitzen ſollte.
Amelie hatte nicht Unrecht. Der Obriſtlieutenant war in der That etwas verſtimmt, denn er konnte das feierliche Stillſchweigen, in welches nach und nach die Geſellſchaft verfiel, gar nicht begreifen; ſelbſt der Aſſeſ⸗ ſor, welchem doch ſonſt die Zunge nie ſtille ſtand, ſchien ganz in Gedanken, auch entging es ſeiner Aufmerkſam⸗ keit nicht, daß er mit Borgenſtierna öfters bedeutſame Blicke wechſelte, der dagegen einen ſo tiefen Ernſt zeigte,
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