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wenn ich hie und da einmal, des lieben Friedens halber, zum Scheine im Anfange nachgeben müßte, ſo würde ich ihn mit Freundlichkeit, aber mit Beſtimmtheit, auf ſein Unrecht aufmerkſam machen, Ich habe von meiner Mut⸗ ter gelernt, daß Frauen mit ihren Vorſtellungen ſo lange warten müſſen, bis der Umſtand, der dazu Veranlaſſung gibt, die Männer nicht mehr ärgert— ſie hat darin auch vollkommen Recht, und ich werde ſtets ihrer Lehren ein⸗ gedenk ſein,“
„ Ja, ja, da haſt du auch wahrlich alle Urſache dazu, meinte Mina.„Er ſieht mir juſt nicht darnach aus, dein theurer Herr Bräutigam, als ob er ſehr nach⸗ giebiger Natur wäre. Aber ich will dir, als gute Freun⸗ din, einen Rath geben, und zwar den, daß du doch auch ein Bischen auf deine eigene Würde halten mußt. Sieh einmal mich und Lamm mit einander an, und ſage, ob du nur das Mindeſte von„Reſpeckt“ auf meinem Geſichte lieſeſt. Nein, nein, ich weiß beſſer was der Brauch iſt! Lamm thut nicht das Geringſte, ohne meinen Rath zu hören, und kann gar kein Ende finden, mich für die große Mühe und Umſicht zu preiſen, welche Alles für ſein Be⸗ hagen und ſein Glück thut. Ich moͤchte doch einmal ſehen was aus den armen Wichten ohne uns würde! Mann würde es ſchon ſehen, wenn wir ſie nur einmal einen Tag in der Küche oder im Waſchhauſe ihrem Schickſale über⸗ ließen; da ſollten ſie ſich gut ausnehmen! Nein, Amelie, ſei kein Kind! Verſtand und Entſchloſſenheit mußt du mit in den Eheſtand nehmen! Ueberlaß es ſochen Frauen, welche zu nichts Beſſer'm taugen, vor ihren Männern auf dem Boden kriechen; aber dieß iſt keine Sache für Mädchen, welche, wie du und ich, ihre vierzehn Ellen Leinwand im Tage weben, Wollgarn ſpinnen, daß man es in den Fabri⸗ ken nicht feiner zu Wege bringt, und ihr Hausweſen ſo zu führen wiſſen, daß unter ihren Händen der Kreuzer zum Gulden wird, und was weiß ich noch Alles in die Reihe zu bringen wiſſen, Nein, Amelie, nein ſage ich dir“—
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