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noch! Was verſtehſt du denn eigentlich darunter?“ fragte Mina und warf ihr Stumpfnäschen in die Höhe.„Am Ende ſoll man ſich wohl gar noch vor ſeinem Manne fürchten! Das wäre mir eine ſaubere Geſchichte;— ich wollte Lamm nicht rathen, mir Schrecken einjagen zu wollen!“
„Ich meine das Wort„Reſpeckt“ nicht ſo wie du und denke keineswegs an ſo Etwas wie Furcht,— weit entfernt. Es iſt doch offenbar etwas höchſt Wiederwaͤrtiges, wenn das Eine gerade das nicht will, was das Andre gerne hätte;— mir macht es gerade im Gegentheil die größte Luſt, wenn ich ſeinen Wünſchen in Allem zuvor⸗ kommen kann. Sieh, liebe Mina, wenn ich einen Mann nehmen müßte, der an Verſtand, Bildung und ſonſtigen inneren Eigenſchaften unter mir ſtände, ſo würde ich ganz gewiß das Commando im Hauſe führen wollen; allein unter den jetzigen Umſtänden ſehe ich ein, daß mein Platz, Gott Lob, allezeit da iſt, wo er ſein ſoll und muß. Und dieß gerade macht mich ſo glücklich; und du darfſt mir nicht übel nehmen, wenn ich meine innerſte Ueberzeugung aus⸗ ſpreche, daß da, wo die Frau regiert, kein rechtes ehe⸗ liches Glück zu Hauſe iſt. Sie kann niemals gehoͤrige Achtung vor einem Manne haben, der nicht ſelbſt weißt, daß er wirklich einer iſt.“
„Du ſprichſt in der That ſo einfältig wie ein zwoͤlf⸗ jähriges Mädchen,“ ſagte Mina verächtlich.„Iſt es denn etwas ſo Herrliches um das Gehorchen; gehorchen und ewig gehorchen, nicht wiſſen, ob man den rechten oder den linken Fuß in die Höoͤhe heben ſoll, wie eine flügellahme Gans;— ſoll man ſich denn gar nicht muck⸗ ſen dürfen?“
„Ich habe keine Luſt, einer flügellahmen Gans zu gleichen— darauf kannſt du dich verlaſſen; und was das Gehorchen betrifft: wenn Borgenſtierna je Etwas wollte, was nicht recht oder verſtändig wäre, ſo würde ich hof⸗
fentlich auch nicht gerade blind ſein. Aber ich würde
prüfen, wer von uns Beiden Recht hat, und


