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Ivar, dem Schlingel, eine derbe Strafpredigt zu halten, denn es ſei ja eine Sünde und Schande ſich ſo aufzu⸗ führen.
„Na, was gibts denn wieder, mein Schatz?“ fragte der Gerber in größter Ruhe.
„Was es wieder gibt? Wie magſt du nur noch ſo fragen?— du ſiehſt ja da auf dem Boden die Beſchee⸗ rung! Aber wenn du weder hören noch ſehen willſt, ſo magſt du nur wiſſen, daß der Nacker von Hund, der abſcheuliche, mir meine Katze verführt, welche früher niemals ſolch unanſtändiges Weſen getrieben hat, und Strumpf, Garn und Stricknadeln... da ſieh her, iſt das vielleicht nichts? Und daß ich aus der Küche herſpringen und das Eſſen anbrennen laſſen muß, iſt das auch nichts? Wenn du es aber dem Burſchen nicht ſelbſt ſagen willſt, daß er entweder ſeinen Hund erſäuft, oder ſich mit ihm ſelber aus dem Hauſe ſcheert, ſo werde ich den Racker ins Waſſer ſchmeißen, wenn er es nicht thut.“
„Das wirſt du bleiben laſſen, mein Kind,“ verſetzte der Gerber gelaſſen;„Diana iſt Jvars Liebling und Ivar iſt ein braver Junge. Er kann ja doch nichts da⸗ für, daß Hund und Katze ſich nicht zuſammen vertra⸗ der Du brauchſt nur die Thüre ordentlich zuzuhalten u. ſ. w.*
Wer ſich aber damit noch keineswegs abſpeiſen ließ, war Frau Brun. Sobald ihr Mann nach ſeinem Mittagsſchlaͤfchen ausgegangen war, trat ſie ſelbſt ohne Umſtände in die Gerberwerkſtatt, und las Ivarn auf ſo nachdrückliche Weiſe den Text, daß er ganz niederge⸗ ſchlagen ſeine Diana anſchaute und ſagte:„Ehe ich dich erſäufe, ſchnüre ich lieber mein Bündel. So theuer mir auch die Bücherſammlung iſt, ſo biſt du mir doch noch lieber. Ich habe Niemand mehr auf der Welt als dich.“
Frau Bruns Drohung verwirklichte ſich indeſſen doch nicht vollſtändig, obgleich ſie dieſelbe täglich wie⸗ derholte; denn trotz ihres maulfertigen, hochfahrenden


