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Der Skjutsjunge : ein Roman ; vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von Carl Stein
Entstehung
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folgen wollten, ſo möchte dieß nicht gewaltig intereſſant ſein. Doch das können wir nicht ganz übergehen, daß Ivar nach und nach Geſchmack am Leſen bekam, wodurch ſein von Natur kräftiger Geiſt eine noch feſtere und be⸗ ſtimmtere Richtung annahm.

Alle Freiſtunden benutzte er die Bücher zu leſen, welche er nur aufzutreiben im Stande war, allein mit Ausnahme der Bibel, einer bibliſchen Geſchichte und einem kurzen Auszuge der ſchwediſchen Geſchichte waren ſeine literariſchen Hülfsmittel ſehr gering; denn weder die Geſellen noch die andern beiden Jungen hatten Luſt, ihre Zeit ſo unnütz und langweilig hinzubringen.

Als nun aber der Meiſter ſeinen neuen Lehrling an jedem Sonntag Nachmittag mit einem Buche in der Hand antraf, ſtatt daß er ſich, wie die Anderen, auf der Straße herumtrieb, fühlte er ſein Herz noch mehr zu Jvars Gunſten geſtimmt, zumal da er auch ſein Tagewerk ſtets mit Fleiß und beſonderer Vorliebe verrichtete. Um ihn gehörig zu belohnen und aufzumuntern nahm der Meiſter einſtens an einem ſchönen Sonntage Ivarn mit in ſeine Stube, führte ihn vor das oben erwähnte verhängte Ge⸗ ſtell, und zog die Gardine wenigſtens ebenſo behende zu⸗

rück, als der Wachtmeiſter zu Roſenberg, da er für den

Reiſenden Byſtröms ſchlafende Juno holte.

Und ſiehe!— vor Jvars trunknem Blicke öffnete ſich ein Feld des ungemeſſenſten Genuſſes:— zwei lange Reihen vergelbter Bücher, ein ganzer, ein halber, zu⸗ weilen gar nur ein Drittelstheil, Fragmente aus all' den Bücherauktionen, welche Meiſter Brun ſeit zwanzig Jahren zuſammengeſteigert hatte.

„Dieß iſt meine Bibliothek,“ ſagte der ehrliche Meiſter Brun, und innige Freude lag in ſeiner Stimme; „darauf hat kein Geſelle, vielweniger ein Lehrjunge noch jemals einen Blick werfen dürfen, aber du Ivar, biſt ein geſetzter und verſtändiger Menſch, fleißig und

anſtellig in deinem Geſchäfte, ſowie in deiner Auffüh⸗