45
„Wenn ich was? ſag' es heraus, wenn du Etwas wünſcheſt.“
„Ja, einen Wunſch hätte ich wohl, allein...“
„Nur heraus damit,“ bat ſie ihn ungeduldig.
„Den hübſchen kleinen Hund möchte ich ſo gerne,— er iſt mir ſo gut geworden...“
„Nun woll, ich habe ihn auch lieb,“ ſagte die junge Frau,„obgleich ich ihn noch nicht lange beſitze, allein du verdienſt, daß ich dir Etwas gebe, worauf ich noch Werth lege. Nimm ihn, und erinnere dich zuweilen an die Fremde, welcher du einen ſo großen Dienſt geleiſtet haſt.“
Mit einem lauten Freudenrufe nahm Ivar die theure Gabe an, und als er zum Abſchiede der reiſenden Dame die Hand darbot, reichte ſie ihm das Kind hin und ließ aus deſſen Händchen einen kleinen gewirkten Beutel mit einigem Golde hineinfallen und ſagte zu ihm:„Dieß gibt dir meine Tochter zum Unterhalt für Geſpielin Diana, welche ſie nun dir ſchenkt.“
Ein angeborenes Zartgefühl hieß Ivar die ſo dar⸗ gebotene Gabe nicht ausſchlagen. Mit tiefer Trauer, aber dennoch ſtolz in dem Bewußtſein eines Edelmannes würdiger gehandelt zu haben, als der Courier an ihm, verließ er zoͤgernden Schrittes die Weſen, welche er be⸗ ſchirmt hatte. Als er ſchon längſt wieder auf der Schwe⸗ diſchen Seite bei Soineſund ſtand, richtete er ſeine Augen noch ein Mal nach Norwegen, und ein ſtilles Gebet für die kummerbeladene Frau und ihr Kind ſchlich ſich über ſeine Lippen.
Endlich nahm er ſeinen Neiſegefährten auf den Arm und trat den Heimweg an. G


