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wir Herrenleute geweſen ſind. Steht dein Sinn darnach, Ivar?“
Ivars Antlitz überflog ein dunkleres Roth, als gewöhnlich darauf lag, und langſam und ſchüchtern ant⸗ wortete er:„Wie man will. Ein Edelmann mag ich nun und nimmermehr ſein, das ſage ich frei heraus, al⸗ lein es kommt mir doch vor, als ob ich Luſt hätte, den Pflug zu verlaſſen.“
„Was willſt du denn werden— vielleicht Soldat? haſt du Luſt zu noch mehr Schlägen?“ fragte der Vater finſter; denn er glaubte, ſein Sohn habe in der That Neigung Soldat zu werden.
„Noch mehr Schläge!“ rief Ivar und ein Jucken fuhr ihm durch den Koͤrper als vernehme er die Annä⸗ herung einer Schlange, deren Biß er fürchte.„Nach Schlägen bin ich wahrlich nicht lüſtern! Warum fragt ihr ſo?“
„Weil ich auch, wie du, in meiner Jugend eben ſolche Poſſen im Kopfe hatte, und der Meinung war, es ſei etwas ſchwerer um den Pflug, als um die Muskete, — aber ich mußte die Thorheit theuer büßen. Ich nahm Kriegsdienſte und überließ den vom Vater ererbten Hof meinem Schwager. Im Anfange ging es ganz ordent⸗ lich„neue Beſen kehren gut,“ wie das Sprüchwort ſagt. S' iſt in allem ſo, im Anfang hing der Himmel voll Geigen. Aber nur Geduld,— ſobald Einer ein Mal warm in den Kleidern geworden iſt, ſo kommen ihm ſchon andere Gedanken. Durch eine Kleinigkeit hatte ich mir die Ungnade eines Offiziers zugezogen, und er drückte es mir in's Wachs. Einmal beging ich zufällig einen unbedeutenden Dienſtfehler, und der Satan, welcher un⸗ terdeſſen Kompagniechef geworden war, läßt mir in Ge⸗ genwart der ganzen Mannſchaft fünfzig Prügel aufzäh⸗ len. Ich war auch ſtolz, du darfſt es glauben, deßhalb fühlte ich die körperlichen Schmerzen weniger, als die Schande. Aber nicht genug— ich bekam auch noch
meinen ſchimpflichen Abſchied, und als ich heim kam,


