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Thränen ungehindert auf die Haut des Schimmels ſal⸗ len, welche er bald nicht mehr ſein eigen nennen ſollte.
In den erſten Tagen nach dieſem unglücklichen Er⸗ eigniſſe gingen die einſamen Bewohner der Waldhütte tief⸗ ſinnig und niedergeſchlagen, jedes für ſich, umher. Chri⸗ ſtoph las zwar Abends in ſeinem großen Geſangbuche oder der Bibel, und Mutter Ingierd ſang mit heller Stimme: „Was Gott thut das iſt wohl gethan:
Er nimmt und gibt auch wieder.“
Trotz dem aber war ihr Herz tief bekümmert, und Ivar blieb länger als ſonſt im Walde, öfters ſogar bis tief in die Nacht hinein,— wo er dann auf des Schim⸗ mels Grab ſaß, und ſeinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf ließ.
„Was haſt du auf dem Herzen?“ fragte Vater Chriſtoph eines Morgens, als Ivar wiederum die Art ergriff und weggehen wollte.„Es ſcheint dir noch etwas anderes als blos der Gram um den Schimmel auf dem Herzen zu liegen.“
„Ich kann das arme Thier nicht aus dem Sinne bringen, denn einen beſſern Freund bekomme ich nicht wieder, und er war mir theurer, als ihr glaubt, Vater,“ erwiederte Ivar mit einer gewiſſen Heftigkeit.„Aber,“ ſetzte er zögernd hinzu,„es überkommen mich auch noch
andere Gedanken, wenn ich ſo draußen im Walde bin,
dergleichen ich noch niemals gehabt habe.“
„Ich kann mir's wohl denken; aber was liegt dir dann eigentlich im Sinne?“
„Iſt es euch niemals ſonderbar vorgekommen, Va⸗ ter, daß wir, wie Er ſagt, Edelleute und doch auch Bauern ſind?“
„Nein, Gott ſei Dank! ſolches Zeug iſt mir noch niemals in den Kopf gekommen,“ entgegnete Vater Chri⸗ ſtoph in einem Tone, welcher deutlich zeigt, daß es ſein völliger Ernſt war.„Das iſt ſchon lange her, daß


