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delt zu ſehen, ſeinen Stolz verwundete, der bisher in ſeiner Bruſt verborgen geſchlummert hatte, aber nun auf ein Mal zum kräſtigen Leben erwachte. Jedoch blieb ihm dieſes Gefühl noch immer ein dunkles Räthſel, bis es der Zeit und den Jahren vorbehalten war, es ihm vollſtändig zu löſen..
„Hat der Herr das Recht, mich dafür zu ſchlagen?“ fragte Ivar mit unterdrückendem Unwillen,„daß der Ahn⸗ herr meines Vaters, welcher König Karl dem Zwölften diente, ein ſo angeſehener Mann war, als ihr ſelbſt ſeid, und in ſeinem Uebermuthe endlich in Armuth ge⸗ rieth, ſo daß einer ſeiner Söhne froh war, eine Bauern⸗ tochter in Swarteborg zu heirathen, und ſelbſt ein Bauer zu werden? Iſt es meine Schuld, daß meines Vaters Ahnherr geadelt wurde, und dürft ihr mich deßhalb einen Edelmann ſchelten?“
„Schelten?“ wiederholte der Offizier mit einem leichten verächtlichen Lächeln.„Begreifſt du nicht, was du verloren haſt, Sklave?“
„Ich bin weder Sklave noch Edelmann,“ entgeg⸗ nete Jvar mit ſteigender Bitterkeit.„Mein Vater iſt ein freier Bauer, und dieß kann ich gleichfalls werden, — auch begreife ich, nach dem was ich ſo eben geſehen, daß es beſſer iſt, ein ehrlicher Bauerntölpel zu ſein, als eine adelige Plage für Menſchen und Vieh.“
„Reize mich nicht, Schlingel, damit ich dir nicht noch andere Plagen zu koſten gebe, als du bisher ſchon erfahren!“ erwiederte der Offizier, und ſchwang im Zorne ſeinen Säbel über Ivar.„Leider,“ fuhr er fort, „biſt du dennoch ein Schandfleck für den Stand, von dem du ausgeartet biſt, weil deine Vorfahren den Adel nicht aufgegeben haben, welchen ſie durch ihre Ernied⸗ rigung verwirkt hatten.“
„Nun, wenn ich denn doch zuletzt ein Edelmann ſein ſoll,“ rief Ivar aus, deſſen Muth in dem Ver⸗ hältniſſe wuchs, als der Zorn dem Andern das Blut immer heftiger kochen machte,„ſo bin ich Ihresgleichen,
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