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„Swarteborg! gutgewählter Name. Wie weit iſt es bis zur nächſten Station?“
„Nur fünf Viertelmeilen,“ verſicherte der Wirth mit einem tiefen Bücklinge, ſichtbar vergnügt, daß der Sturm nun vorüber war.
„Wenn aber die Mähre nicht gehörig vorwärts kommt, und ich über die feſtgeſetzte He, aufgehalten werde, ſo kannſt du dich darauf verlaſſen, daß ich deiner gedenken werde. Und nun fahre zu, Schlingel, und ſchone deine Mähre nicht, wenn anders du ſelbſt ver⸗ ſchont bleiben willſt.“
Die letzten Worte waren an Jvar gerichtet, welcher aber darüber nicht im geringſten eingeſchüchtert oder auch nur überraſcht ſchien, ſondern gelaſſen aufſtieg, und ſei⸗ nem alten Schimmel den erſten leichten Hieb über die dürren Lenden verſetzte.
„Heißt dieß fahren Burſche?“ fragte der Offtzier nach ein paar Minuten, und gab ſeinem Nebenmann einen ziemlich unſanften Rippenſtoß.
„Es geht ja hier eine ſtarke Anhöhe hinauf,“ ent⸗ gegnete Ivar mit einer Ruhe, welche gegenüber einem gewaltigen Eiſenfreſſer, als der Courier zu ſein ſchien, faſt wie Tollkühnheit heraus kam. Jedoch ließ dieſer die Vermeſſenheit des Jungen ungerügt, und blieb ſtill fitzen, bis etwa eine halbe Meile von Swarteborg, der Schimmel, welcher ſich bei der gewohnten Behandlung ſeines jungen Gebieters in der That zum Erſtaunen an⸗ gegriffen hatte, durch anhaltendes heftiges Pruſten end⸗ lich ſeine Müdigkeit und den Entſchluß, nicht weiter gehen zu wollen, andeutete.
„Die Mähre iſt ja ganz kaput,“ polterte der Ofſi⸗ zier, und glaubte ſeine Behauptung mit einer langen Reihe von Schimpfworten über Wirth, Roß und Fuhr⸗ mann begleiten zu müſſen.
Juar ſchwieg, jedoch nicht ſowohl aus Furcht, ſon⸗
Der Skiutsjunge. 2


