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Wirth erwartet, durch deſſen Nachläſſigkeit ein Courier mit wichtigen Depeſchen aufgehalten wird?“
Das betrübte Geſicht des Wirthes deutete auf nichts weniger hin, als auf den Wunſch, den geſtrengen Herrn noch länger aufzuhalten. Indeſſen wagte er doch den Einwand, daß alle Vorſpannpferde unterwegs, und außer dem gegenwärtigen kein anderes zu haben ſei.
„Dummheiten!“ donnerte der Offizier ungeduldig; „gib eines von deinen eigenen Pferden her!“
„Ja, darauf ſollte es mir gar nicht ankommen,
err, wenn nur eines zu Hauſe wäre,“ wandte der
Wirth ein,„aber Swen, der Wagenmeiſter da, weiß, daß
alle auf dem Vorſpann ſind, der große und der kleine
Rappe; und der Falbe, der arme Kerl, hat ſich einen Stein in den Huf getreten, daß er nicht vom Flecke
kann.“ „Was kümmere ich mich um deinen großen und kleinen Rappen und um deinen Falben, ob die Beſtien
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fliegen oder laufen können! verdammter Bauernlümmel! fort, ſchaffe mir den Augenblick ein anderes Pferd,
oder.“ bei dieſen Worten hob der Offizier ſeinen Säbel und machte Miene, den breiten Rücken des
rirshes mit der flachen Klinge Bekanntſchaft machen zu aſſen. d
„Des Himmels beſten Segen auf Euer Gnaden,“ rief der Wirth voll Angſt.„Wenn Euer Gnaden mich todt ſchlagen, bin ich nicht im Stande, vor anderthalb Stunden ein anderes Pferd zu ſchaffen. Allein ich kann, bei Allem was heilig iſt, verſichern, daß Ehriſtashs
Schimmel Sie gewiß nach Stabbelshede bringt.“ 3
„Na, dann mag es auf deine Verantwortung ge⸗ ſchehen!— wenn Etwas daraus entſteht, ſo haſt du es dir ſelbſt zuzuſchreiben,“ verſetzte der Offizier drohend und ſprang auf den Karren.„Halt! Heda! wie heißt dieß Neſt, Uggleborg oder......“
„Swarteborg, Euer Gnaden.“


