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Der Skjutsjunge : ein Roman ; vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von Carl Stein
Entstehung
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keiten, und dieſe erwecken unſere Theilnahme. Nicht ge⸗ rade, daß Adel und Stolz im Handeln das ausſchließliche Vorrecht der höheren, gebildeten Stände wäre, man findet ſolche Geſinnung in gleichem Grade bei den untern Ständen, obgleich ſie ſich anders zu äußern pflegen; aber es ge⸗ hört offenbar zu den Seltenheiten, wenn man bei den durch tägliche Arbeit niedergedrückten Landleuten und ihren Sprößlingen auf den Ausdruck freigeborner Hoheit ſtößt, welcher ſich ſelten anders als bei dem wirklichen Adel ſo entſchieden ausgeprägt findet.

Seit zwei Tagen haben wir Ruhe mit dem Vor⸗ ſpann, ſagte Vater Chriſtoph mit einer Stimme, welche ſchließen ließ, daß ſo etwas nicht häufig vorkam.

Der Schimmel braucht aber auch Ruhe, meinte Ivar.

Ja, die könnte Mancher brauchen entgegnete der Mann düſter.Aber in Kriegszeiten darf man daran nicht gedenken, da müſſen Alle die Plagen mitleiden. Wenn es nun aber bald, wie ſie ſagen, Friede wird, ſo können wir hoffen, daß uns das Jahr 1815 hübſchere Früchte bringt, als die vorigen Jahre, wo Franzoſen und Norweger den Schweden etwas Anderes zu thun gaben, als Pflügen und Säen.

Das wird dem Schimmel wohl thun! ſagte Ivar vergnügt.

Ja, wenn er unterdeſſen nicht krepirt! erwiederte der Vater mürriſch.Sie fahren ja wie die Narren, die übermüthigen Herren, und halten einen Vorſpannbauern für nicht viel beſſer, als das liebe Vieh. Im Dienſte der Krone, meinen ſie, ſei Alles erlaubt.

Da muß ich auch trachten, in den Dienſt der Krone zu kommen, rief Ivar mit munterer Stimme. Meint ihr nicht auch, Vater, daß es luſtig ſein müßte, wenn ich ſo ein vornehmer Herr werden könnte? Da wollte ich aber lärmen ſo gut als Einer. Und da ihr ſagt, daß Alles erlaubt ſei, ſo will ich ihnen alle