rocken auf die Seite ſchob, und den am Herde ſtehenden Topf mit Hafergrütze ergriff, ſprach ſich unverkennbar die höchſte mütterliche Zärtlichkeit aus.
„Friert euch denn, Mutter, wenn ihr am Herde ſitzt und euch wärmt? Wenn ich Brennholz für euch haue, ſo friert mich nicht;— der Wald iſt mein Herdfeuer, — und mir iſt nie wärmer, als wenn ich drauſſen bin, und der Wind ſo recht tüchtig auf mich einſtürmt.“
„Du biſt ein wunderlicher Burſche, Jvar,“ ſagte die Mutter bedenklich.„Von Kindsbeinen an biſt du ſchon ſo geweſen. Aber Gott Lob,“ ſetzte ſie in frommer Ein⸗ falt hnzu,„der Herr Pfarrer war in der Chriſtenlehre ſtets wohl mit dir zufrieden!“
Während dieſer kurzen Unterredung hatte Mutter Ingierd den Tiſch gedeckt und den Topf mit Grütze nebſt drei Tellern mit ebenſoviel blankgeſcheuerten Taſſen halb voll ſaurer Milch, darauf geſtellt.
Vater Chriſtoph, der Herr der Waldhütte, machte das Geſangbuch zu, nahm ſeine rothe Nachtmütze ab und faltete die Hände. Nach einem kurzen Gebete ſetzten ſich Mutter und Sohn gleichfalls nieder.
In den erſten Minuten hörte man keinen andern Laut, als das ziemlich tacktmäßige Geklapper der Löffel im Topfe, ſobald indeſſen der ärgſte Feind geſchlagen war, wandte ſich der Vater zu dem Sohne, und ſah dabei aus, als ob er im Sinne hätte, Etwas zu ſagen.
Beider Profil ſtanden nun ſo, daß der Schein der dampfenden Thranlampe ziemlich hell darauf fiel, und
ein aufmerkſamer Beobachter— wenn Einer zugegen
geweſen wäre— hätte nothwendig zu ſeiner Verwun⸗ derung in der Form und Bildung ihrer Züge etwas Edles, ja faſt Stolzes finden müſſen, das ſeltſam gegen die grobe Hand und das zerlumpte Bauernwams des Häuslers, ſowie gegen Ivars halbnackte, braune Bruſt abſtach.
Die Natur zeigt bisweilen ſolche Eigenthümlich⸗
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