dürfte es ſchwerlich Derjenigen verzeihen, die das Wieder⸗ ſehen verzögert hat.“
„O!“ ſagte der Graf mit einem leichten Erröthen und einer unnachahmlichen Bewegung mit dem Kopfe... „Wir ſind acht Jahre lang verlobt geweſen.“
„Das war eine erſchrecklich lange Zeit!“
Dießmal antwortete der Graf nur mit einem Lächeln.
Aber Blenda erfuhr ſpäterhin von ihrem Manne, es ſähe ſo aus, als fürchtete der Graf mehr die Länge der kommenden Zeit, als die der verfloſſenen, denn das junge Fräulein, mit welchem er verlobt wäre, da er zwanzig und ſie nur fünfzehn Jahre war, gälte für
wenigſtens eben ſo häßlich, als ſie reich und von hoher
Geburt wäre.
Um inzwiſchen jede directe Rede über die Braut abzuleiten, begann Johann:
„Weißt Du wohl, meine Liebe, daß der Herr Graf, welcher ſeiner häuslichen Niederlaſſung wegen hier in Stockholm iſt, faſt mein halbes Lager mitnimmt? Du kannſt ihm alſo auch danken, daß ich um ſo ſchneller Deinem Wunſche genügen kann, meinen Handel nieder⸗ zulegen!“
Dieſe Worte brachten eine ſonderbare, ja ſtarke Wirkung auf die junge Frau hervor.
Alſo war es wirklich eine Gräfin C-—creutz, die alle ihre Putzſachen bei dem„Couſin Johann“ nahm, doch— ſie hieß nicht Gräfin Blenda.
O Schickſal!
Ein gutes Schickſal aber war es jetzt, daß neue Gäſte eintrafen, und daß rund umher ſich viel Geräuſch und Geplauder hören ließ.
Johann war entzückt, daß Blenda ſich ſo vortrefflich aus ihrer kleinen Verlegenheit geholfen hatte. Und Blenda ſelbſt war entzückt, daß ſie Gelegenheit gehabt hatte, zu zeigen, wie gut ſie— wenn es ſo hätte ſein ſollen— im S
tande geweſen ſein würde, die ungenirte


