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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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habel

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hinaus in den Speiſeſaal, das Schenkzimmer und die

Speiſekammer, wo die Mutter, Frau Gyllenhake und Henriette durch einander wirthſchafteten. Kann ich helfen? Kann ich etwas thun? Soll ich hier bleiben? waren da ihre Fragen, indem ſie hin und her hüpfte unter Haufen von Tellern, Flaſchenkörben und

allerlei umherſtehenden Dingen.

Geh' Du hinein, Du Kleine! rief Frau Emerentia

von der Höhe einer Leiter herab, die vor einem hohen

Schranke mit Glasthüren aufgeſtellt war.Heute lernſt Du doch nichts!

Ja, geh, liebes Kind! ſagte auch Frau Gyllen⸗ hake, welche in einem großen Lehnſtuhle ſaß und die Manoeuvres beim Decken commandirte.

Geh! ſchrie Henriette,Du wirſſt mir nur meine Blumenvaſen um, die ich mit großer Mühe geordnet

Blenda dachte eben daran, ob ſie nicht auch eine Viſite in der Küche bei der Kochfrau und Mamſell De⸗ bora machen müßte, als Jean kam, ſein Weibchen auf den Arm nahm und wieder hineintrug. Aber ſie lief ihm bald wieder weg, denn ſie hatte ja ihren Kopf⸗ ſchmuck noch nicht probirt........

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CEndlich war es Mittag.

Frau Blenda in einem lilafarbenen Seidenkleide einem Meiſterſtück des Geſchmacks und mit einem eleganten Haarſchmuck von hellrothen Roſen präſidirte in dem Salon und erwarb ſich den ungetheilten Beifall ſämmtlicher Gäſte, denn ſie war nicht nur ſchön und un⸗ gekünſtelt, ſondern ſie nahm auch ein durch ihre zuvor⸗ umende Artigkeit und vor Allem durch ihr ſanftes

eſen. Aber unter allen Namen der Präſentirten hatte ſie noch keinen gehört, bei welchem ſie es nöthig gehabt hätte, ihre Faſſung in Anſpruch zu nehmene