386
Einen gewiſſen Namen? Wen erwarteſt Du denn?“ „Das iſt mein Geheimniß!“
„Wie? ein Geheimniß?“
Jean nickte fröhlich mit dem Kopfe.
„Und Du glaubſt, ich werde es Dich behalten
laſſen?“ „Ich hoffe es!“ „Aha, Du hoffſt nur!... eine ſolche Antwort, die
Schwäche verräth, entwaffnet mich. Hätteſt Du dagegen
geſagt:„ich will es behalten, dann...“ „Nun, wenn ich ſo kühn geweſen wäre?“ 3 „Da hätteſt Du ſehen ſollen, wie es gegangen wäre!“ „Aber Du zwingſt mich ja, zu ſagen: ich will es behalten!“. „Und ich ſage: behalte es nun, wenn Du kannſt!“.. Mit einer Geberde der reizendſten Schalkhaftigkeit warf ſie ſich auf die Kniee, und ſo verführeriſch waren ihre Bitten und Schmeichelworte, welche nun erfolgten, daß ihr Jean bald ausrief: „Still, ſtill— ich bitte für mein Geheimniß!“ .„Nun das läßt ſich hören!... Du magſt es alſo behalten!“ „Und dagegen gebe ich Dir einen Rath, Du kleine Verführerin: mache Dich nicht allzu ſchön zur Mit⸗ tagsmahlzeit!“.
X x*
Glaubt aber wohl irgend Jemand, daß Blenda dieſen Rath befolgte?
Sie hatte kaum Zeit, mit den Uebrigen das Frühſtück einzunehmen, die Glückwünſche zu empfangen, ja ſie hatte kaum Zeit, über den feinkörnigen Scherz des
Schwagers Patrik zu erröthen— ſo beſchäftigt war ſie mit dem Gedanken an ihre Tollette.
Inzwiſchen flog dann und wann ein anderer Gedantke
durch ihr Köpfchen, und da ſlogen auch ihre Füßchen
——


