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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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Genug, genug! Du zerknitterſt meinen Kragen

aund die Spitzen an meiner Haube!. Ach, und ſieh

ein ſolches Spektakel: die eine ganze Wange roth wie ein Mohn.. fi!

Still, ſtill, beklage Dich nicht ſo! Mohnblumen ſind ſchön... und nun... da auch die andere Wange ebenſo iſt, haſt Du die beneidenswürdigſte Farbe!

Ja ja ſchön beneidenswürdig!... Nun wie ſteht es mit der vertrauensvollen Mittheilung?

Was ſagſt Du dazu, wenn Du heute Wirthin wirſt bei einer ſogenannten größeren Mittagsmahlzeit?

Kommen denn viele Fremde? Und ich bin noch niemals Wirthin geweſen!

Beunruhigt Dich das?

O nein, es wird wohl gehen!.. Doch wer ar⸗ rangirt dieſe Mittagsmahlzeit ich verſtehe mich gar nicht darauf.

O, wir haben genug dergleichen, die arrangiren: zu allererſt dein Herr Mann! Aber es handelt ſich auch um einen Ball fuͤr heute Abend.

Ein Ball! O Himmel, wie willkommen iſt der! Ich weiß noch recht gut, da ich auf dem Gymnaſiaſten⸗ dalle in Skara war... Sieh' zu!.. ich tanze ja ſo ziemlich?

Und Blenda begann ſogleich eine kleine Repetition, die ihrem Gatten Gelegenheit gab zu der Verſicherung daß ſie nur allzu reiche Anlagen zu dieſer Kunſt zu haben ſcheine.

O ja, ich mache kein Geheimniß daraus, daß ich gedacht habe, die junge Frau Blücher könnte wohl bis⸗ weilen Gelegenheit haben, zu tanzen, und darum habe ich ein wenig Unterricht genommen.

Vortrefflich! Da bleibt alſo nur noch Eins übrig, nämlich: bereite Dich darauf vor, daß Du kein allzu großes Intereſſe zeigſt, wenn Du einen gewiſſen Namen hörſt!

Die Romanheldin. 25