Wahrſcheinlich meinte der junge Mann jetzt, es wäre Zeit ſich zu erkundigen, ob ſeine Frau angekleidet wäre, denn er eilte mit klopfendem Herzen an jene Thüre, an welcher Blenda einmal ſo haſtig vorbei ge⸗ eilt war.
„Darf ich einkommen?“
Ein verſchämtes„Komm!“ beantwortete die Frage.
Und nicht läſſig, der Erlaubniß nachzukommen, ſtand er im nächſten Augenblicke in dem ſchönen Schlafgemach an der Seite ſeiner erröthenden und verführeriſchen Gattin.
Blenda als junge Frau war auch bewunderungs⸗ würdig einnehmend und verführeriſch.
Es war jetzt nicht länger die Rede von dem arm⸗ ſeligen Peignoir, der in den letzten Wochen ſeine beſten Tage überlebt hatte: in der großen Garderobe nebenan fanden ſich mehrere entzückende Malit ukleider aus der hamburgiſchen Sendung, und Blenda hatte nichts ge⸗ ſchont, um ſchön zu werden.
„Gefalle ich Dir?“ fragte ſie lächelnd lihren Mann... Sie hatte eben jetzt die letzte Stecknadel eingeſetzt.
„Ja, ſo ſehr, daß ich fürchte, ich darf Dich niemals hinaus laſſen... ach, wie anbetungswürdig biſt Du und wie verliebt bin ich!’“.. Sein brennender Blick über⸗ flog ihre ganze Geſtalt.
„Und wie ſelbſtſüchtig dazu, da Du mich einſchließen willſt! Aber warte, Du! ich will ſchon Auswege ſinden, daß man mich ſehen kann.“ 3
„Unbarmherzige, verbirg dergleichen vertrauliche Mittheilungen! Sonſt könnte es geſchehen, daß ich die
für mich ſelbſt behielte, welche ich Dir jetzt zu geben
vorhatte!“ Aha, eine vertrauliche Mittheilung!— die will ich hören!“
„So warte doch!... Erſt müſſen wir uns guten Morgen wünſchen— jetzt dürfen wir das, ohne daß
Jemand ein Wort dagegen ſagt!“
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