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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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Als nun aber Mamſell Debora aus der Stadt kam und die merkwürdige Nachricht mitbrachte, die Damen wären ſchon geſtern früh in einem prächtigen Wagen aus⸗ gefahren ein Umſtand, der ſich gar nicht bezweifeln ließ, denn ſowohl die Mamſell in dem Hauſe, als auch mehrere andere Bewohner deſſelben waren Augenzeugen geweſen da verſank Henriette in ein ſo tiefes Er⸗ ſtaunen und rieth hin und her, daß ſie ſich beinahe krank fühlte von der Pein, die ihre Neugierde litt.

Aber dieſe Pein war ein Spiel oder richtiger eine

wahre Wolluſt, im Vergleich mit demjenigen, was ſie

ſpäterhin ertragen ſollte.

Es iſt unmöglich, den Schrecken der armen Henriette zu ſchildern, nicht darüber, daß endlich gegen Abend alle drei erwartete Gäſte zu gleicher Zeit eintrafen(denn es war nur ein unbedeutender Zufall, daß Johann und die Damen auf einem und demſelben Boote ankamen), ſondern den Schrecken, der über ſte kam, als ſie Blenda zu ihrer bevorſtehenden Verlobung mit dem Baron gratulirte, und Johann mit der beſten Faſſung von der Welt ihr mit folgenden Worten in die Rede fiel:

So warte doch, meine beſte Schwägerin, Du weißt ja noch gar nichts! Keinesweges der Baron T ſwärd wird die kleine beſtrittene Romanheldin heimführen, ſon⸗ dern ich!

Du... Du?

Henriette wurde ſo weiß wie die weiße Narciſſe, mit

welcher ſie ihr Haar geſchmückt hatte.

Glücklicher Weiſe kam in dieſem Augenblicke Patrik hinaus in dieVeranda, wo die Geſellſchaft ſtand; und während er die Tante begrüßte und die kleine Couſine, die in der Beſtürzung über Henriettens tödt⸗ liches Erbleichen roth wie eine Roſe geworden war, fluſterte Johann ſchnell ſeiner Schwägerin in das Ohr:

Vergib mir, Henriette! Es iſt in aller Stille vor ſich gegangen es war ja ſo am beſten? Am Sonn⸗

tage iſt das erſte Aufgebot!... So ſieh doch Blenda

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