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Während des letzten Theiles dieſer Declamation hatte die Gemüthsbewegung ſo bei ihr überhand ge⸗ nommen, daß Frau Emerentia nicht im Stande gewe⸗ ſen war, recht zu hören.
Nun aber ſtrengte ſie ſich in vollem Ernſte an, legte das Ohr an die Thür und fing den letzten ent⸗ ſcheidenden Schlag auf, den Schlag, der ihr durch die Lippen ihrer eigenen Blenda verkündigte, daß der Baron ſich nach einer andern Freiherrin umſehen müßte, weil ſie ſich mit ihrem Hutſtaffirer begnügte.
In dieſer fürchterlichen Minute geſchah es denn, daß unſere Frau zuerſt in ein heftiges Schluchzen aus⸗ brach, und darauf, zum erſten Male in ihrem Leben, von einem Schwindel heimgeſucht, zu Boden ſank.
O, wie viele fehlgeſchlagene Berechnungen!
Noch heute, noch vor wenigen Augenblicken, hatte Frau Emerentia von keinem andern Schwindel geträumt, als von dem, der über ſie kommen würde, wenn ſie ihre Tochter mit dem Kronprinzen tanzen ſähe.
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Es war eine ziemliche Zeit vergangen.
Der Abend begann einzutreten.
Durch die offenen Fenſter des Salons ſtrömte eine friſche und kühle Luft herein, welche die Lebensfarbe auf bi⸗ bleichen Wangen der Frau Emerentia zurück⸗
auchte.
Sie erhob ſich, als wäre ſte aus einem ſchweren Traume, erwacht und blickte um ſich her, ſchloß jedoch die Augen wieder, in der Hoffnung, daß ſie noch immer träumte und endlich in ihrem Bette erwachen würde.
Aber dieſer angenehme Wahn konnte nicht lange dauern: noch einmal mußten die Augen ſich öffnen, und — o wehl da bekräftigte es ſich nur allzu deutlich, daß kein Traum länger Statt fand.
Die Romanheldin. 24


