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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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ſpielen? Ihr Stolz erhob ſich gegen dieſen Gedanken... Unwillkürlich wollte ſie reden, doch war ſte ſtatt deſſen nahe daran, in Thränen auszubrechen.

Mit Blicken voll, man konnte ſagen, inniger Theil⸗ nahme hatte der Fremdling ſo vollkommen alle Gedan⸗ ken Blenda's in ihren wechſelnden Geſichtsausdrücken geleſen, als wenn ſie dieſelben in Worten gebeichtet hinde und mit einem Tone zarter und tiefer Achtung agte er:

3„Sein Sie ruhig, mein Fräulein! Derjenige, welcher das Glück genoſſen hat, einige Minuten mit Ihnen zu reden, wird ſich dieſer Güte nicht unwürdig zeigen. Wäre er ein Freund, ein Verwandter, ſo würde teer es wagen, einen Rath hinzuzufügen. Jetzt wäre das zu kühn!“

„Sagen Sie es dennoch! Ich bin jung, bin nie⸗ mals ausgeweſen, wir ſind allein— meine Mutter und ich— und Sie meinen es gewiß gut mit mir!“

„Da Sie dieſer Meinung ſind, ſo will ich mir erlauben, zu beweiſen, daß Sie mich richtig beurthei⸗ len; doch einzig und allein meine Hochachtung und Theilnahme können dieſen Rath entſchuldigen... Er⸗ wiedern Sie nicht allzu offenherzig die Dienſtfertigkeit, die Artigkeiten, welche Ihnen ganz gewiß bald erboten werden! Wenn man jung und vor Allem, wenn man ſchön und ohne männlichen Schutz iſt, ſo muß man ein wenig mißtrauiſch ſein... Und nun leben Sie wohl, mein Fräulein! Möge Ihre Reiſe glücklich ſein!“

Und ehe Blenda ein einziges Wort erwiedert hatte, war ihr freundlicher Rathgeber verſchwunden.

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Einige Augenblicke ſpäter waren Mutter und Toch⸗ ter wieder vereinigt. Anſtatt jedoch Aufklärungen über das Zuſammentreffen, welches ſie geſehen, oder über

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