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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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„Wenn ich mich wundere, mein Fräulein, ſo wun⸗ dere ich mich wenigſtens darüber nicht.“

„Um ſo beſſer! Sie können ſich ganz einfach vor⸗ ſtellen, Sie hätten ein Burgfräulein aus dem vorigen Jahrhundert getroffen... Doch ſieh! dort kommt end⸗ lich die Mutter auf der Straße jenſeits des Marktes.“

„ So leben Sie denn wohl, Fräulein Agnes!— Ich glaube, dieß war zu jenen Zeiten ein moderner und beliebter Name?“

„Warum denn nicht eben ſo gern Bertha?— Die⸗ ſer Name war wenigſtens eben ſo beliebt, Herr Ritter mit dem geſchloſſenen Helm!... Sie wiſſen wohl, daß alle Ritter, welche unbekannt zu ſein wünſchten, ſich dieſes Schutzmittels bedienten?“

„Unglücklicher Weiſe bin ich ſehr wenig bewandert in den Geſetzen des alten Ritterthums; wenn ich mich aber nicht allzu ſehr irre, ſo ſchloß dieſer Umſtand ſie nicht aus von der Bewerbung um den Turnierpreis, und ich glaube, ſie verwahrten heimlich oder öffentlich immer irgend ein Zeichen von den Farben ihrer erkore⸗ nen Dame, einen Handſchuh, eine Schleife oder der⸗ gleichen— ein Palladium, das ſie mehr ſchützte, als Schild und Helm.“

Und indem der junge Fremdling dieſe Worte aus⸗ ſprach, erhob er ſeine Hand, welche etwas Schwarzes umſchloß..

Erſtaunt ſiel Blenda's Blick auf ihren weißen Kragen— die ſchwarze Schleife, welche denſelben zu⸗ ſammengehalten hatte, war verſchwunden, hinweg⸗ geweht. Erröthend und tief verwirrt ſah ſie auf. Sie hatte keine Worte zu einer Frage, aber ſie fühlte ſich von Furcht eingenommen, daß ſie in ihrer Unkunde über die Gebraͤuche der Welt mit dem Unbekannten vielleicht zu weit gegangen ſein könnte. War es Ge⸗ ringſchätzung, was er ihr zeigte? Hielt er ſie für ein Mädchen, mit welchem man es ſich erlauben konnte zu