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Blenda erröthete. Sie hatte wider ihren Willen die Kenntniß verrathen, welche ſie erhalten hatte.
„Ich weiß nicht,“ entgegnete ſie mit einer kleinen Verlegenheit,„man behauptet, daß viele Leute dahin reiſen.. Doch ſagen Sie mir, ſind die Seereiſen ſehr langweilig und unangenehm?“
„Bisweilen ſind ſie das wirklich; doch diejenige, welche Sie zu machen gedenken, iſt eine der angenehm⸗ ſten und intereſſanteſten, vorausgeſetzt, daß das Wetter günſtig iſt; und hat man ſich mit Lectüre verſehen, ſo hält man es aus, ſelbſt wenn die Geſellſchaft und das Wetter nicht ganz ſo ſein ſollten, wie man wohl wünſchen möchte.“.
„Lectüre?— Ach, ich habe nur ein einziges Buch, und dieſes habe ich ſo oft geleſen, daß ich jedes Wort darin kenne.“
„Es iſt alſo ein Lieblingsſchriftſteller— Walter Scott, Cooper, Bulwer?“
„Keiner von ihnen allen.“
„Sollte es denn Sue ſein?“
„La Fontaine.“
„La Fontaine?“ wiederholte der Fremde ungefähr in dem Tone, als wollte er fragen:„Aber, mein Gott, woher kommen Sie denn, da Sie nicht wiſſen, daß der Staub der Vergeſſenheit den guten Mann ſchon ſeit Decennien bedeckt hat?“
Blenda verſtand ihn vollkommen, und in ein herz⸗ liches Gelächter ausbrechend, ſagte ſie:
„Ich komme von dem Bauerlande, mein Herr; und obgleich mein Vater einem recht alten adeligen Hauſe angehörte— wenigſtens ſagte er, die von Kühlen'ſche Familie wäre alt— ſo lebten wir doch ganz patriar⸗ chaliſch, und Sie dürfſen ſich daher nicht im Mindeſten
darüber wundern, daß wir in Mancherlei, alſo auch in
hinerilöhn Hinſicht, weit hinter unſerer Zeit zurück nd.“
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