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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
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Blenda wendete ſich mit einer gewiſſen Heftigkeit um. Es war Etwas, das ihr ſagte, es wäre derſelbe junge Mann, dem ſie ſchon zweimal begegnet war. Und er war es wirklich.

„Nein, ich warte auf meine Mutter!“ antwortete ſie ohne Verlegenheit, denn ſie war ja ſchon gleichſam ein wenig bekannt mit ihrem Nachbar oder wußte we⸗ nigſtens, wer er war, obgleich ſte ihn natürlicher Weiſe nicht mit ſeinem Titel anreden konnte, da er ſich nicht präſentirt hatte. 1t

„Ich hoffe,“ fuhr er fort,„daß Sie mir die Kühn⸗ heit meiner Frage nicht übel deuten werden; denn die Vermuthung, welche ich zu äußern die Ehre hatte, nebſt dem Wunſche, Ihnen einen Dienſt leiſten zu können, überwand jede Bedenklichkeit.“

„Ich wäre ſehr undankbar, wenn ich eine ſo ein⸗ fache Artigkeit übel nehmen wollte— ich würde es eben ſo machen, wenn ich glaubte, daß Jemand ſich verirrt hätte.“

Ein leichtes Lächeln ſchwebte über die ſchönen Lippen des Fremdlings. Er ſchien einen Augenblick zu ſchwanken, wahrſcheinlich zwiſchen dem Verlangen, das junge Mädchen noch ferner anzureden und der Furcht, durch ein verlängertes Geſpräch die Aufmerkſamkeit der Vorübergehenden auf ſie zu heften.

Welches von dieſen beiden Gefühlen zuletzt den Sieg behalten haben würde, iſt ungewiß; gewiß aber iſt, daß Blenda ihn aus ſeiner Verlegenheit riß, indem ſie, vollkommen unbekannt mit den feinfühlen⸗ den Bedenklichkeiten, die Derjenige hegen konnte, wel⸗ chen ſie bei ſich ſelbſt den Grafen nannte, ganz naiv ihre Vermuthung äußerte, daß ſie Reiſegefährten nach Stockholm wären.

„Nein, ich bin nicht ſo glücklich; ich reiſe in die entgegengeſetzte Richtung.“

„Nach Schonen?“

„Und warum denn gerade dahin?“