Druckschrift 
Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dießmal war es ein Militär, welcher laut auf die Hausflur, wo jetzt ein Bedienter ſichtbar wurde, hinabrief: 3

„Iſt der Graf zu Hauſe, mein lieber Hallgréen?“

„Ja, Herr Lieutenant; haben Sie die Güte, herauf⸗ zukommen.“

„Wie angenehm,“ flüſterte Frau Emerentia, welche auf den Lieutenant kaum Achtung gab, welcher dagegen um fo mehr auf diejenigen, denen er begegnete, Achtung

ab;„wie angenehm, liebe Blenda, daß wir die Ge⸗ Feyeinä aß es der Graf ſelbſt war!“ N 3

g 1 4 * 4 4 A 4 5 2

n

Die Einkäͤufe waren gemacht.

Den neuen Shawl auf dem Arme, die neuen Schuhe in das Schnupftuch gewickelt, und den neuen Flor in der Eile über dem Hut drapirt, ſtand Blenda, die zuerſt auf dem beſtimmten Platze an der rechten Seite des Marktes eingetroſſen war, und erwartete die Ankunft der Mutter.

Doch ſchon waren wenigſtens zehn Minuten ver⸗ floſſen, und noch immer ließ ſie ſich nicht blicken.

„Vielleicht,“ ſagte Blenda zu ſich ſelbſt,„waͤre es das Beſte, wenn ich ſie aufſuchte. Es iſt nicht ſchwer hinzufinden... Doch ich bleibe lieber hier— wenn ſie einen andern Weg gegangen wäre, ſo verſehlten wir uns.“

Unſer junges Fräulein begann auf der Straße, die ſie gekommen war, hin und her zu promeniren und zum Zeitvertreibe die Häuſer mit ganz beſonderer Aufme kſamkeit zu betrachten.

„Entſchuldigen Sie,“ erſcholl plötzlich hinter ihr

5

eine wohllautende Stimme,„ſollten Sie ſich vielleicht

vexirrt haben?“

NX△

*

—