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gutes Wetter bleibt, ſo daß wir nicht nöthig haben, die Mäntel hervorzuholen!“
In demſelben Augenblicke, da Mutter und Tochter die eine Halbthüre ihres Zimmers öffneten, trat eine Perſon gegenüber aus der Thüre in den Saal.
Dieſe Perſon war eben jener dunkelfarbige junge Mann, der bei ihrer Ankunft vor der Thüre des Gaſt⸗ hofs geſtanden hatte.
Als er auf dem Wege durch den langen Saal an den Damen vorbei kam, grüßte er voller Achtung, und wiederum weilte ſein Blick auf dem jungen Mädchen mit einem Ausdruck, der dießmal nicht allein Neugierde, ſondern auch eine gewiſſe Theilnahme verrieth.
So ſchnell der ausgetauſchte Blick auch von Blenda's Seite war, ſo reichte er dennoch hin, ihrem Gedächt⸗ niſſe die Züge dieſes Mannes einzuprägen, welcher—
ohne ſchön zu ſein in dem Sinne, wie Blenda ſich
einen ſchönen Mann vorſtellte, das heißt ein Jüngling mit faſt göttlicher Schönheit, eine neue Auflage des Ritters Egbert Montabor— in ſeinem angenehmen, männlichen Antlitze und ſeiner ganzen Perſon etwas ſo Wohlwollendes und Feſſelndes hatte, daß man nicht unterlaſſen konnte, Achtung darauf zu geben.
Als die Damen an die Schwelle kamen, konnten ſie unmöglich unterlaſſen, ſich umzuſehen. Der Fremde ging in das Zimmer, welches neben dem ihrigen lag.
„O, der Graf!“ flüſterte Blenda.
„Davon war ich ſchon vorher überzeugt!“ entgeg⸗ nete Frau Emerentia.„Dieſe hohe und zierliche Ge⸗
ſtalt, dieſe ungezwungene Haltung konnten nur einem/
wirklichen Edelmanne angehören.“ Seine ſchwarzen Augen ſind ſo voller Güte... doch ſo ſehr jung iſt er nicht!“/ MNun, ich muß ſagen— er iſt gewiß noch weit von dreißig Jahren.“
In der Mitte der Treppe begegnete unſern Rei⸗ ſenden eine neue Perſönlichkeit.


