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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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eine Dame, die hinſichtlich ihres Anzuges, den ſie zu einem großen Feſte wählen ſoll, in der Wahl und Qual ſteht. Sie war vollkommen überzeugt, daß nicht allein der ruſſiſche Fürſt und die engliſchen„Lords“— weni⸗ ger konnten ſie unmöglich ſein, wohl aber möglicher Weiſe Herzoge— ſondern auch der reiche Schonen'ſche Graf ſich in Blenda verlieben würden, wenn ſie dieſelbe nur ſähen, und dieſer Umſtand hing von dem Zufalle ab, welcher es vielleicht ſo fügte, daß ſie Alle auf dem Dampfſchiffe reisten.... Hier aber drohten die großen Hoffnungen ſie faſt zu erſticken.

„Du biſt ſo ſtill, liebe Mutter!— woran denkſt Du?“

„Ich ſitze und überlege bei mir ſelbſt, meine Kleine! Ich entſinne mich der Beſchreibung eines Schloſſes, von dem es heißt, es hatte dort Zimmer von dem reinſten Marmor mit Springbrunnen und den göttlichſten Blu⸗ men, und in einer ſo ungewöhnlichen Bauart aufgeführt, daß Alles wie bezaubert war, und ich glaube— ob⸗ gleich ich es nicht ſo genau ſagen kann— es gab drei⸗ oder vierhundert Zimmer in dem Schloſſe.“

„O, ich weiß: es war ja ein mauriſches Schloß!“

„Das will ich nicht leugnen— doch welches Un⸗ glück kann darin liegen? Ein mauriſcher Prinz kann ebenſo gut ſein, wie ein ruſſiſcher Fürſt und ebenſo berechtigt, in der Welt umherzureiſen, wie engliſche Pairs oder deutſche Herzoge... es gibt viele Herzoge in Deutſchland, und ſie können doch wohl auch nicht immerwährend zu Hauſe ſein— dergleichen Leute reiſen oft incognito!“

„Das iſt möglich genug, liebe Mutter; doch mau⸗ riſche Prinzen reiſen nicht mehr.... Ach, wie weinte ich, als ich ihre Flucht aus Spanien las! Sie ſind gewiß nicht wieder zurückgekommen— nein, es gibt keine Mauren mehr!“

„Nun, ſo gibt es ſpaniſche Granden, liebe Blenda, das leidet gar keinen Zweifel; Don Juan, Don Sebaſtian,