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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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„Wohnt Jemand hier neben an? Es iſt ja Alles

„Dort?— da wohnt der reiche Graf C— ereutz, der zwei Zimmer hat und außerdem noch eine Bedien⸗ tenkammer unten. Wenn er aber nicht zu hören iſt, ſo iſt er entweder ausgegangen oder auch hält er ſein Mittagſchläfchen.“

„Er iſt wohl ein alter Mann?

„Warum denn das? er iſt ein junger Menſch, ein hübſcher Herr, und junge, ſchmucke Herren müſſen wohl auch ein Mittagsſchläfchen halten, beſonders wenn ſie die ganze Nacht am Spieltiſche geſeſſen haben, wie dieſer Schonen'ſche Graf?“. „Welch ein ſchöner und wohlſchmeckender Kaffee, und welche feine weiße Zwiebacke!... Iſt er dunkel oder hell, der junge Graf?“

„Nun, man kann es ihm nicht eigentlich vorwerfen, daß er an Haaren und Augen und Farbe ſo hell iſt— es iſt Alles dunkel— doch an Gemüth iſt er hell genug.“

„Und wohl auch ein Offizier?“

„Das weiß ich wirklich nicht— er iſt gekleidet wie andere Leute, nur ſehr fein.“

Jetzt machte das Mädchen eine Miene, welche an⸗

zuzeigen ſchien, daß ſie meinte, ſie hätte nun zum

Ueberfluſſe die Neugierde der Reiſenden befriedigt, und war eben im Begriff, ſich zu entfernen, als Blenda, die bisher ruhig am Fenſter geſtanden hatte, leiſe ein⸗ fiel:„Wer wohnt ſonſt noch hier?“

„O, wir haben die ganze Haute volée— einen Ruſſen(ſie ſagen, er ſoll ein Fürſt ſein), zwei Stück Engländer und eine ganze Maſſe von Herren und Damen, die mit dem Dampfſchiffe nach Stockholm gehen werden.“

Nach dieſen außerordentlich großen Aufklärungen verſchwand aber auch die beſchäftigte Aufwärterin.

Die gnädige Frau von Kühlen meinte in dem jetzigen Augenblicke ungefähr in der Lage zu ſein, wie

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