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wohnt! Gabſt Du Acht auf den hübſchen jungen Mann, der vor der Thüre ſtand, als wir vorübergingen?“ „... Und der mich ſo genau betrachtete, daß ich nicht genau unterſcheiden konnte, wie er ausſah?“ fiel Blenda offenherzig ein.
„Ja, er verſchlang Dich wirklich mit den Augen — doch darüber wundere ich mich nicht: ich wußte vorher, daß man Dich anſehen würde, wenn Du nur den Fuß zur Thür hinaus ſetzteſt. Wenn ich nur wüßte, wer er eigentlich iſt!... Jetzt laß mich nachſehen, ob ich Alles hier habe... Kamm... Pommadenbüchſe ... Nadelbüchſe... Nadelkiſſen... Er ſah recht vornehm aus, obgleich er ſehr braun war... Das weiße... und das ſchwarze Zwirnknäuel... Bind⸗ faden... die Brille... O Du mein Gott, die Rolle Band, die mir ſo nothwendig iſt, liegt im Mantelſack!“
„So, Mutter? Du meinſt alſo, ſeine Hautfarbe iſt ſo dunkel?“ fragte Blenda neugierig..
„Ich ſage Dir, daß ich meine Rolle Band vergeſſen habe, und daß ich ſie haben muß— Du weißt ja ſelbſt, wo meine Bänder fehlen, Du kleine Nachläſſige, Du haſt ſie ja ſo ſchlecht angeſetzt... Nun, ich weiß, wie ich's mache: wir gehen mit einander aus, und nachdem wir den Shawl gekauft haben, laufe ich in das Quar⸗ tier, während Du die Schuhe und den Flor wählſt... darauf triffſt Du mich am rechten Ende des Marktes.“
Die Ankunft des Mädchens mit dem Kaffee unter⸗ brach die vertraulichen Anordnungen.
„Dieß iſt ein recht ſchönes Hotel!“ begann unſre neugierige Frau, indem ſie der Aufwärterin einen auf⸗ munternden Blick zuwarſ.„Ich kann mir denken, daß hier viele Reiſende wohnen.“
„O ja, ſo ziemlich, kann ich ſagen.“
„Davon war ich im Voraus überzeugt— und wohl größtentheils vornehme Herrſchaften?“
„O, alle Arten.“ 4
Die Romauheldin. 3
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