Der Wagen hielt daher vor dem Quartier des Reichstagsmannes, wo man die Sachen zuruckließ, damit er ſie an Bord bringen könnte; wogegen der Ehrenmann der in der Stadt bekannt war, den Damen erſt den Weg zu einer Putzmacherin zeigte, bei welcher ſie ihren Kopfputz erneuerten, und dann in den Gaſthof führte, woſelbſt ſie im erſten Stockwerke neben dem großen Tanzſaale ein Zimmer erhielten, welches ſie wahrſcheinlich nicht erhalten haben würden, wenn ſie mit ihren alten Reiſemänteln und graugewürfelten baumwollenen Hüten eingetreten wären. Blenda war jedoch ſo entzückend in ihrem neuen gut genähten ſchwarzen Trauerkleide, ihrem kleinen modernen Stroh⸗ hute mit dem flatternden ſchwarzen Schleier, und die weichen blonden Locken ſchmiegten ſich ſo anmuthig an die Wangen, daß Niemand dem angenehmen Einfluſſe, den ſie ausübte, widerſtehen konnte, ein Einfluß, der noch geſteigert wurde, wenn ſie mit ihrer ſanften me⸗ lodiſchen Stimme redete.
Den Ohren der Aufwäͤrterin entgingen auch keines⸗ weges die Titel der neuen Fremden.
„Ihro Gnaden und das Fräulein werden weiter von mir hören, wenn das Fahrzeug kommt!“ ſagte der Reichstagsmann und nickte ein treuherziges Lebewohl, welches Mutter und Tochter dadurch erwiederten, daß ſie ihm freundlich die Hände reichten.
Und jetzt waren denn unſere Damen allein in der Erwartung des Kaffees. Doch ſobald ſie denſelben er⸗ halten hatten, wollten ſte wieder hinaus in die Stadt, um die letzten Ueberbleibſel der guten Blackros— der einzigen ehemaligen geliebten Kuh der Frau Emerentia — in ein Halstuch, in Schuhe und Flor zu verwandeln ... denn bisjjetzt hatte man erſt an den Kopf gedacht.
„So, mein Kind! jetzt ſind wir, Gott ſei gelobt, wenigſtens beim Anfange!“ meinte Frau Emerentia, indem ſie den Inhalt des Strickbeutels auspackte und
beſah„Ich möchte wohl wiſſen, wer weiter hier


