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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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teſtamentirſt Du Dein Blumenbeet, und damit ſie mit Freuden ſich ſelbſt eine Freude ſchafft, gibſt Du ihr Dein kleines gelbgewürfeltes Halstuch, das doch viel⸗ leicht allzu verblichen iſt, um es in Stockholm zu tra⸗ gen... und bekommt ſie ferner noch die kleine Papp⸗ ſchachtel mit den Riechflaſchen, ſo weiß ich, daß ſie für ihre Mühe belohnt iſt!“

„Dank, gute Mutter!— das ſoll Kerſtin gewiß bekommen, und ich will ſie noch obendrein ſo freundlich bitten, daß ſie meinen Blumen gewiß gut werden ſoll

.. doch die Tauben?“

„Die geben wir der Reichstagsmannsmutter, die ſchon Tauben hat— dort haben ſie große Geſellſchaft und nie Mangel an Futter. Und dann, wenn wir es ſo in Stockholm haben, daß wir ſie zu uns nehmen können, ſo haſt Du Deine Lieblinge noch, und wir brauchen ſie nur kommen zu laſſen.“

„O mein Gott! Du erfreuſt und erleichterſt mein Herz!... Schon die Hoffnung, ſie einſt wiederſehen zu können, macht mich zufrieden... Jetzt iſt nur noch die alte Brita übrig.“

„Für die gute Alte, die Dich ſo ſehr liebt, ſollſt Du an jedem Abende eine halbe Stunde länger arbei⸗ ten, als wir ſonſt nöthig haben würden, und aus allen dieſen halben Stunden wird monatlich eine kleine nette Summe, die Du Deiner lieben Alten in einem Briefe ſchicken kannſt, welchen der Comminiſter ihr gewiß recht gerne vorleſen wird.“

Jetzt warf ſich Blenda der Mutter in die Arme, ohne daß ihren Lippen ein Wort entfiel; nur die Augen redeten; doch ihre Sprache war verſtändlich genug.

Und nachdem Blenda alle ihre Beſuche abgeſtattet und ihre kleinen Gewiſſensbiſſe beruhigt hatte, war ſie,

wie Frau Emerentia vorhergeſagt hatte, die Erſte,

welche zurückkam auf das Kapitel von den großen Ereigniſſen, die eine Folge ihrer neuen Ausſichten ſein mußten.