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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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„Es iſt noch nicht Alles!“ fuhr ſie leiſe fort.

„Nun— das Letzte?“

„Ich dachle nicht einmal an mein Abendgebet— ich habe nicht gebetet!“

„Ich habe ſtatt Deiner gebetet, liebes Kind, und bin vollkommen überzeugt, der gute Gott wird Dir dieſe kleine Schuld, an welcher Dein großes, unvor⸗ bereitetes Glück ſchuld war, verzeihen.“

„Doch,“ wendete das junge Mädchen ein mit einem Ausdrucke, in welchem Verdruß und auch Schrecken lag,„es kann unmöglich Recht ſein, wenn man ſich einem Gluͤcke hingibt, das da macht, daß wir unſere bisherigen Freuden und Pflichten, ja ſogar Gott und das Gebet vergeſſen. Dieſer Zuſtand macht mich un⸗ ruhig!“ his w. wt Dich, meine Tochter! Du biſt jung, Dein Blut iſt warm, aber ich kenne Dich beſſer, als Du ſelbſt, und ich betheuere heilig: Du wirſt nimmer⸗ mehr weder Deine Pflichten noch auch Deinen Gott vergeſſen, wenn Du auch, gleich einem andern fündigen Menſchen— denn wir ſind ja keine Engel— in einer

aufgeregten Stunde weniger zugänglich ſein magſt für

dieſe zarten Gefühle.“

„Du glaubſt alſo?2..“

„. Daß Dein Friede wiederkehren wird, ſobald Du Deine kleinen Verſäumniſſe nachgeholt haſt—

und da biſt Du die Erſte, welche wieder von der Reiſe

anhebt.“

„Wenigſtens,“ entgegnete Blenda,„will ich erſt anordnen, wie es mit demjenigen gehen ſoll, was ich

hier laſſe.“

—„Du meinſt die Blumen, die Tauben und Deine alte lahme Brita?“

„Ja, ja!“

„Dieſe Anordnungen ſind leicht gemacht. Anders Persſon, der im Herbſt das Dienſtgut entgegennimmt, hat eine gute Tochter, die kleine Kerſtin— dihr

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