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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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ſchlafend, als auch wachend. Ich habe... doch ich ſchäme mich, daran zu denken. Das Alles kann nicht recht ſein, da ich deßwegen ſo viel gefehlt habe.“

„Nun, ſo komme doch endlich zu dem Bekenntniſſe Deiner Fehler!“

„Erſtlich habe ich noch nie an einem Abende, vom Anfange des Frühlings an bis in den Herbſt hinein, es vergeſſen, meine Blumen zu begießen.“

„O, Närrchen! nichts Schlimmeres?“

„War es denn nicht unrecht, dieſe lieben Blumen zu vergeſſen, die mir ſo viele Jahre lang Freude ge⸗ macht, die ich ſelbſt erzogen, gereinigt und unter Furcht und Hoffnung betrachtet habe— und das über einen Gedanken, der nur eine Stunde alt war?“

„Es war aber doch zu verzeihen, daß das Blumen⸗ beet einem ſolchen Gedanken nachſtehen mußte.“

„Demnächſt,“ ſuhr die Selbſtanklägerin mit ſtärkerer Betonung fort,„vergaß ich, meinen Tauben Futter zu geben— war das denn auch nichts?“

„Wenigſtens ſchadet es nichts, denn ich habe geſehen, daß Liſa es that.“

„Das iſt gewiß nicht einerlei. Doch, mein Gott, es kommt wohl noch ſchlimmer!“

„Nun?“

„Ich gehe ja an jedem Dienſtags⸗ und Sonnabend⸗ abende zu der armen Brita auf Jonsängen... ſie, die lahm und verlaſſen da ſitzt, hat keine andere Freude in der Welt, als wenn ſie mich mit meinem Körbchen erblickt— geſtern bekam ſie mich aber nicht zu ſehen!“

„Nun ſo wird es ihr heute um ſo angenehmer ſein: heute wird ſie ſich über das Gute freuen, das ihrer wartet... und um es recht feierlich zu machen, ſo nehmen wir ein Stückchen Speck und legen dieſes in

den Korb.“

Blenda ſchüttelte das Haupt, und dieſe Bewegung und der ſtille Seufzer, welcher ihre Bruſt hob, verrie⸗ then, daß ſie ſich nicht getröſtet fühlte.