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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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elegant gekleidet umherwandeln aufder großen Pro⸗ menade, mit einem Bedienten in Livree hinter ſich und einer ſchönen, ritterlichen Geſtalt neben ſich, die mit den Blicken ihre Wünſche errathen zu wollen ſchien. Bald rollte ſie in einem bequemen Wagen in halblie⸗ gender Stellung dahin, und endlich befand ſie ſich in einem kleinen myſtiſchen Kabinette und wartete leſend darauf, daß die Kammerjungfer, welche den Befehl erhalten hatte, eine Perſon mit verbundenen Augen einzulaſſen, die Thüre öffnen würde.

Kurz: die arme Blenda war ganz verwirrt von allen verſchiedenen Rollen, die ſie ohne Zweifel in der Proßen Welt ſpielen würde, in welcher ſo viele Neben⸗

uhler des ſtolzen Ritters Montabor bereit waren, um ihre Gunſt zu wetteifern.

Natürlich denn dergleichen gehörte mit zum Stücke mußte erſt, ehe man ſo weit käme, ein Leben voller Widerwärtigkeiten und Entſagungen vorangehen. Wenn aber nur das Ende gut wurde(und wie konnte man wohl daran zweifeln?), ſo mußte es ganz liicht werden, das Vorſpiel zu ertragen.

Inzwiſchen war unſere Heldin keineswegs einfältig: ſie war im Gegentheile ein Mädchen mit klarem Ver⸗ ſtande, und obgleich ihr die Art von Takt abging, welchen das Geſellſchaftsleben und die Gewohnheit verlangen, ſo fehlten ihr doch nicht die Eigenſchaften, welche dazu erforderlich ſind, ihn zu erwerben. Aber zufolge ihres lebhaften Gemüthes hatte die ganz romantiſche Erziehung, welche ſie genoſſen, ſich ſo mit ihrem Weſen verſchmolzen, daß ſie gar nichts für unmöglich hielt, wenn ſie auch in ihrem Glauben an die Ereigniſſe nicht ſo weit ging, wie ihre Mutter.

Noch dazu ſagte ihr dieſe Mutter immerwährend, ſie die Tochter wäre ſchöner, als alle Heldinnen, von denen ſie geleſen hatte: und wenn Blenda, um ſich von der Wahrheit dieſer Behauptung zu überzeugen, in den kleinen Spiegel blickte, ſo vermuthete ſie, daß