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Und deutſcher Mädchen keuſcher Sinn
Verdienet Schutz und treue Minn’.
Doch Egbert's Bertha glänzet vor Gleich einem Stern—
Sie liebet Egbert Montabor.
So lebte unſere junge Heldin in ihrer Heimath, und theilte ihre Zeit unter ihrer Arbeit, ihren Träumen, ihrem Klavier, ihren Tauben und ihrem Blumenbeete, welches letztere ihr eine Welt von nicht geringerem Intereſſe war, als der Königin Semiramis die hän⸗ genden Gärten: auch Blenda hatte es ſich ausgedacht, wie eine kleine Terraſſe— ſechs Ellen lang und vier Ellen breit— auf einer aus dem Berge vorſpringenden. Felſenſpitze angelegt werden konnte, und ſie hatte ſelbſt mit dem Dienſtmädchen und dem Hirtenknaben die Erde dorthin geſchafft und hernach bepflanzt.
Für ein ſo junges und unſchuldiges Weſen wie Blenda mußte auch dieß Alles hinreichend ſein, um ſich glücklich zu fühlen.
Durch die Krankheit des Vaters wurde aber der freundliche Friede in ihrem Leben geſtört, und wie wir wiſſen, war Alles Verwirrung, Finſterniß und Kummer geweſen bis an den Abend, an welchem die Mutter jene große Karte der Zukunft entfaltete, auf der ſo viele Wege einander kreuzten.
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Wie Blenda ſich prophezeit hatte, war in der Nacht nicht viel aus dem Schlafe geworden, und in den Au⸗ genblicken, da der Schlummer ihre Augen ſchloß, waren die Träume um ſo thätiger.
Dieß waren jedoch neue Träume.
Bald war ſie im Schauſpiel, und ein vornehmer Herr mit vielen Orden auf der Bruſt bückte ſich artig herab auf die Lehne ihrer Bank; bald ſah ſie ſich äußerſt


