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Ehe ſehr glücklich, denn ſie ließ ſich gnädige Frau nennen, und ſo lange ihr Mann lebte, konnten wohl bisweilen Brod und andere Nothwendigkeiten im Hauſe fehlen, doch die Hoffnung verließ ſie ebenſo wenig, wie das Streben und die frohe Laune der Frau Emerentia; und ſo ärmlich man auch lebte, ſo war man dennoch mit dem Commiſſar und dem Comminiſter in Compagnie über die jährliche Abgabe für Bücher von der nächſten Leihbibliothek.
Und wenn dann, nachdem ſie einige Tage gefaſtet, ein tüchtiges Packet ankam, ſo hätte man die forſchen⸗ den Blicke der Mutter und Tochter ſehen ſollen, wäh⸗ rend der ſelige Fähndrich vorſichtig— um Bindfaden zu ſparen— den Knoten löste, anſtatt ihn abzuſchneiden. Endlich liegt die Herrlichkeit offen am Tage, und die Feanenziunmer können kaum athmen vor bebendem Ent⸗ zücken.
„Haben wir die verlangten Bücher erhalten, mein Lieber?“ fragte da gewöhnlich Frau Emerentia.„Iſt der Naturmenſch da, iſt Arkadien da, iſt das verauc⸗ tionirte Kind da?“
„Alles, Mutter, Alles!“ Und weit und breit bis hinab zu den imponirenden Worten:„Gedruckt bei Lindh in Orebro,“ las der Fähndrich das ganze Titel⸗ blatt vor.
Mit verſchämter Stimme fragte nun Blenda:„Iſt kein Ritterroman da, lieber Vater?“
„O ja... hier haben wir ja Rudolph von Wer⸗ denberg.“
Jetzt waren Alle zufrieden, denn während Vater und Mutter ſich am liebſten an La Fontaine's bald humoriſtiſchen, bald idylliſchen Familiengemälden er⸗ götzten, ſchlug doch Blenda's Herz niemals ſo ſtark, als wenn der Vater mit ſeiner ausdrucksvollen Stimme die ſchönen Ritterbücher las, in denen Turnierſpiele, myſtiſche Helden mit geſchloſſenen Helmen, und Burg⸗ fräulein, in Gold und Silber ſtickend, dnrc einander


