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ich, es iſt die Pflicht Seiner Majeſtät als erſten Edel⸗ mannes und Cavaliers, in ſeinem Reiche auch den ärmeren Theil des adeligen Standes zu ſchützen.. doch jetzt fällt mir noch etwas ein.“
„Was denn?“
„Schweſter Regine Sophie hat zwei Söhne, einen aus ihrer erſten und einen aus ihrer zweiten Ehe, und dieſe Herren, Deine Coufins, erzeigen uns gewiß die Gefälligkeit, uns zu begleiten. Der eine von ihnen iſt ein Leinwandhändler..“
„Leinwandhaͤndler?“ wiederholte Blenda.
„Ja, eine Perſon, welche Leinwand verkauft. Der Titel klingt eben nicht gar vornehm, doch ich frage auch nichts darnach, wie er klingt, denn, Gott behüte, ich will nicht, daß Du Deine Augen auf einen von dieſen Herren wirfſt, und hätten ſie auch zehn Haͤuſer — ausgenommen, wie es ſich von ſelbſt verſteht, in aller Freundſchaft, wie es Verwandten geziemt.“
„Und mein zweiter Couſin, liebe Mutter?“
„Ja, er, der älteſte, hat, wie Regine Sophie ein⸗ mal ſchrieb, einen Galanteriehandel!“ antwortete Frau Emerentia mit einer gewiſſen Verlegenheit.
„Wie, Mutter?“
„Liebes Kind, ſie haben dort oben in der Welt ſo viele Namen, aus denen man hier unten gar nicht klug wird. Ich hoffe, es iſt ein ehrliches und achtungs⸗ werthes Geſchäft, obgleich es, um die Wahrheit zu ſagen, ſonderbar klingt, mit Galanterien zu handeln.“
„Ja, ſehr ſonderbar— entſinnſt Du Dich noch des Buches, in welchem es vorkam, daß..“
„O ja, ich weiß noch recht gut, daß von einem Comptoir die Rede war, an welches man ſich wendete, um nicht allein, wie es in den Romanen heißt, eine ritterliche Galanterie— ich vermuthe, das Wort Ga⸗ lanterie ſtammt aus der Ritterzeit, denn die Ritter
Die Romanheldin. 2


