„Der Reichstagsmann*) und ich, wir ſind immer gute Freunde geweſen... er ſoll das Wenige, das wir noch haben, verkaufen, wenn wir erſt weg find. Inzwiſchen legt er das Geld vorſchußweiſe aus— ich will den Alten ſchon dahin bringen.“
„Aber die Butter, der Schinken und die Käſe?“
„Wir haben ja die Blackros, die ich ſelbſt aufge⸗ zogen habe— meine einzige Kuh, von der wir hätten leben ſollen, wenn wir hier geblieben wären— die Nämndemannsmutter will ſie um der Art willen für das Leben gern haben, und jetzt, da ſie etwas in Waaren bezahlen darf, geht das von ſelbſt. Aber, behüte Gott, einen Theil muß ſie auch baar bezahlen, denn wir wollen uns in der Stadt Hüte kaufen, und Du mußt nothwendig einen Shawl haben und... laß mich denken... ein Paar neue, nette Schuhe und Hand⸗ ſchuhe und einen Schleier. Ja, ja, meine liebe Blenda, es gehört etwas dazu, wenn man mit dem Dampf⸗ boote reiſen will— doch Blackros läßt uns nicht im Stiche!“
„Du weißt doch auch Rath zu Allem!... Doch, liebe Mutter, nimm nun an, wir ſind ſchon dort, ſo bleibt dennoch immer eine Unmöglichkeit.“
„Nun, dieſer Unmöglichkeit möchte ich doch in's Geſicht ſehen!— was iſt denn das für eine?“
„Ich denke, wir beiden einſamem Frauenzimmer können nicht wohl das Theater oder die große Prome⸗ nade ohne eine Geſellſchaft beſuchen.“
„Hm, das weiß ich eben nicht. Ich liebe den Anſtand gar ſehr, aber ich hoffe, ein paar adelige Damen müſſen immer reſpectirt werden. Auch meine
*) Ein Bauer, der einmal Bevollmächtigter beim
Reichstage geweſen iſt, behält in dem titelſüchti⸗ gen Schweden fortwährend den Namen eines
Reichstagsmannes. Anm. d. Ueb.
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