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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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Regine Sophie mir oft meine einfältigen und närriſchen Einbildungen, wie ſie es nannte, vorgeworfen hatte.

Und die Antwort?

Die magſt Du ſelbſt leſen!

Mit zitternder Hand nahm Blenda den Brief, und als ſie die ſteife gerade Handſchrift und die ſteife Ueberſchrift:Schweſter Emerentia! las, fühlte ſie wider ihren Willen eine keinesweges angenehme Be⸗ klemmung.

Das Schreiben lautete folgendermaßen:

Deinen harten Verluſt bedauernd, will ich die Trauer nicht noch größer machen, indem ich darüber rede, denn ich habe in der Betrübniß ſelbſt nie leere Troſtgründe leiden können. Alſo zu der andern Ange⸗ legenheit.

Zwar bin ich ſelbſt in ganz mittelmäßigen Um⸗ ſtänden, aber dennoch will ich mich keinesweges der gemeinſamen Pflicht einer Chriſtin und einer Verwandten entziehen, einen Rath zu ertheilen, wenn dieſer von mir verlangt wird.

Ich möchte faſt glauben, jeder Ort gibt ebenſo

gute Gelegenheit zum Arbeitsverdienſt, als Stockholm. denn die meiſten von denjenigen, die mit zwei leeren Händen hieher kommen, befinden ſich hier weit ſchlechter, als an dem Orte, woher ſie gekommen ſind. Stockholm iſt eine ſehr theure Stadt, und man kann hier ganze Jahre leben, das heißt beinahe verhungern, ohne Arbeit

fuͤr einen Reichsthaler*) wöchentlich zu erhalten, denn

es gehört etwas dazu, bekannt zu werden und dieß, meine liebe Emerentia, iſt nicht jedes Menſchen Loos. Das Alles klingt nicht ſehr aufmunternd, ſagte Blenda und unterbrach das Leſen, um ihre Mutter anzuſehen.. Lies weiter! *) Das iſt höchſtens eilf Silber⸗ oder Neugroſchen. Anm. d. Ueb.