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Die Romanheldin : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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holm zu ſchreiben. Wir waren gute Freunde in unſe⸗ rer Jugend, und obgleich ſie in ihrer zweiten Ehe die erſte dauerte kein volles Jahr mit ihrem Rathsherrn zu Vermögen kam denke Dir nur, lie⸗ bes Kind, ein Rathsherr in Stockholm, das muß doch wohl Etwas ſein ſo wurde ſie dennoch niemals ſtolz gegen mich(nun, nun, er war ja auch kein Edelmann, wie mein Alter!), ſondern ſchrieb mir eine lange Zeit jedes Jahr oder jedes zweite Jahr, bis ſie nun in der letzten Zeit ganz damit aufgehört hat.

Und an ſir haſt Du Dich gewendet?

Ja, denn ich ſagte zu mir ſelbſt: wäre ſie todt, ſo würde ſie, die ſo ordentlich iſt, gewiß ihrem eigenen Fleiſch und Blut eine Notiſicationskarte haben ſchicken laſſen wir bekamen ja einen ordenttlichen Trauer⸗ brief, als ihr zweiter Mann ſtarb; der erſte, Capitän Blücher, war auf der See verkommen, denn er war ein Seemann.

Ach, liebe Mutter, halten wir uns damit nicht auf! Alſo Du ſchriebſt?

Ja, ich ſchrieb und erzählte ihr unſere große Noth und daß wir dennoch in Gottesfurcht und Erge⸗ benheit dem Schöpfer dafür dankten, daß wir uns von Schulden und Forderungen frei machen könnten; und ſo ſagte ich:Liebe Herzens⸗Sophie Regine! Du biſt doch immer ſo klug geweſen, gib uns armen Frauen⸗ zimmern einen guten und vernünftigen Rath! Meine Tochter, deren ſchönes Geſicht ihr geringſter Schmuck iſt, iſt eine wahre kleine Arbeitsameiſe, und ich ſelbſt habe gottlob Kraſt für Zwei zu arbeiten; alſo leben können wir ſchon, wenn wir nur an einen Ort kommen, wo es Arbeit gibt und Arbeit bezahlt wird; und wenn Du, wertheſte Schweſter, nur wollteſt, ſo könnteſt Du uns gewiß nützlich werden. Ich nahm mich wohlweis⸗ lich in Acht, zu ſagen, daß ich ſtets von Glück und Wohlſtand geträumt habe, wenn wir nur nach der Hauptſtadt kommen könnten, denn ich dachte daran, daß